Wir haben mehrere Berichte zur Seebergspitze (2085m) im Karwendel:

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Wir haben mehrere Berichte zur Seekarspitze (2053m) im Karwendel:

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Wir haben mehrere Berichte zur Zugspitze (2962m) im Wetterstein:

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Schneeschuhqualen im Karwendel

Die winterliche Besteigung des Schafreuter


10. März 2012 • Autoren: brm. & red.


Übersicht

Vom Parkplatz der Oswaldhütte aus beschreibt dieser Bericht die Wanderung auf den Schafreuter im Karwendel mit Schneeschuhen. Dabei steigen wir bei sonnigem Winterwetter über die Mosslahneralm und den ausgesetzten Grat in einer anstrengenden Tour zum Gipfel auf. Oben werden wir mit einem tollen Blick über das bergige Umland belohnt. Für den Abstieg wählen wir die gleiche Route.

Schwierigkeit: WT3GPS-Route: DownloadWanderkarte: Kompass 26

Ein Münchner Hausberg

Während wir im Auto sitzen, gleiten unsere Augen gespannt über die spiegelglatte, unberührte Eisdecke des Sylvensteinsees. Obwohl bereits März ist, hat der Winter die Alpen noch fest im Griff. Doch Schnee und Eis können uns nicht vom Wandern abhalten. Und so finden wir uns nun heute auf dem Weg zu einer Schneeschuhtour am Schafreuter (2102m). Einige Kilometer südlich des gigantischen Stausees erreichen wir schließlich den Startpunkt unserer Wanderung: die Oswaldhütte (847m). Doch mit einem Schlag, ist die Hoffnung auf eine einsame Wanderung durch die Winterlandschaft des Karwendel verschwunden. Entlang der Straße erwarten uns bereits unzählige geparkte Autos, und wir müssen erkennen, dass dieser Berg auch im Winter sehr gut besucht wird. Aber so ist das nun einmal mit den Münchner Hausbergen. Kurz jenseits der Staatsgrenze stellen wir unser Auto ab und kramen unsere Ausrüstung aus dem Kofferraum hervor. Dann kann es endlich losgehen.

Bildergalerie: Schafreuter

Schneeschuhwandern ohne Schneeschuhe

Die Tour beginnt auf einer breiten Forststraße, von der man aufgrund der Schneemassen im Winter nicht mehr allzuviel sieht. Dennoch ist der Weg gut zu erkennen und sogar so gut präpariert, dass wir noch nicht einmal die Schneeschuhe überstreifen müssen. Immerhin ist der Schnee hier so festgepresst, dass wir selbst mit unseren normalen Wanderschuhen kaum einsinken. Bewaffnet mit unseren Skistöcken bahnen wir uns nun langsam den Weg über die serpentinenlastige Forststraße nach oben. Das Gehen ist angenehm und macht Spaß, zumal wir durch die Bäume am Wegesrand vor Wind und Wetter (und in unserem Fall vor der glühenden Sonne) geschützt werden ... noch!

Bereits auf der Forststraße haben wir oft einen guten Blick auf den Vorderskopf.

Die Mooslahneralm

Nach ungefähr eineinhalb Stunden auf der unspektakulären Forststraße erreichen wir die unbewirtschaftete Mooslahneralm (1398m). Von hier an müssen wir wegen des tieferen Schnees unsere Schneeschuhe anziehen. Anfangs führt uns die gespurte Schneise noch mal durch ein kleines Waldstück, doch bereits nach rund 30 Minuten erreichen wir die Baumgrenze. Hier erhebt sich vor uns eine beeindruckende baum- und schattenlose Piste, die bis knapp unter den Gipfel führt.

Erbarmungslose Hitze

Das Gehen mit den Schneeschuhen wird schwieriger. Die Spur führt bis nach oben immer quer am Hang entlang und wir rutschen häufig ab. Noch dazu zwingt uns die herabbrennende Sonne zu vielen Pausen und auch der nasse Schnee klebt alle paar Meter an den Schuhen und muss abgeklopft werden. Der Weg, der in langatmigen Serpentinen nach oben führt, tut sein Übriges dazu. Knapp zwei Stunden nach der Baumgrenze kommen wir völlig geschlaucht oben auf der Kuppe an. Von hier aus ist endlich der Gipfelaufbau zu sehen.

Schattige Plätzchen sind auf dieser Piste Fehlanzeige.

Zieleinlauf ins Glück

Schafreuter
GebirgeKarwendel
KammVorkarwendel
Höhe2102 m
Dominanz7,2 km → Kleiner Falk
Koordinaten47°30′32″N, 11°29′15″E
KarteKompass 26: E1

Am ausgesetzten Grat entledigen wir uns unserer Schneeschuhe und steigen wenige Meter bis zum Gipfelkreuz auf. Für eine Jubelarie fehlt dort zwar die Kraft, aber dennoch sind wir glücklich, die Wanderung hinter uns zu haben. Das Panorama rundherum ist herrlich. Im Norden erkennen wir das Voralpenland mit dem Walchensee und dem Sylvensteinsee, im Osten ragt am Horizont der Guffert (2195m) dem Himmel entgegen. Auch die Seekarspitze (2053m) sowie die Seebergspitze (2085m) zeigen sich unseren Augen im Südosten. Im Westen offenbart der Blick nicht nur den markanten Vorderskopf (1858m), sondern am Horizont auch die Zugspitze (2962m).

Ein Gipfelerfolg belohnt mit einer tollen Fernsicht.

Nach einer ausgiebigen Rast machen wir uns auf zum Abstieg. Dieser ist mühelos und am besten ohne Schneeschuhe zu tätigen. Mit weiten Sprüngen im Tiefschnee lässt sich die Skipiste schnell und einfach überwinden. Ab der Baumgrenze ist der Schnee auch wieder härter. Nach weiteren zwei Stunden Abstieg erreichen wir wieder unser Auto.

Fazit

Zu empfehlen ist die Tour vor allem für Skitourengeher. Der Weg ist bis nach oben sehr gut gespurt und abwärts bietet sich eine hervorragende Piste zur Abfahrt an. Zwar ist der Berg auch mit Schneeschuhen zu begehen, doch kein Skitourengeher sieht es gern, wenn seine Spur zertreten wird. Und außerhalb der Spur ist es sehr anstrengend. Ansonsten ist der Weg auf den Berg eintönig. Wenn die Sonne heruntersticht, wird der Aufstieg zur Qual. Aber wer einmal bei schönem Wetter auf dem Gipfel gestanden hat, wird für alles entschädigt.

StationenDistanzDifferenzZeit
Parkplatz Oswaldhütte
→ Mooslahneralm 🏠 +3,6 km555 m ↑5 m ↓+1h 35m
→ Schafreuter ✝ +3,4 km704 m ↑0 m ↓+2h 20m
→ Parkplatz Oswaldhütte +7,0 km5 m ↑1259 m ↓+2h 05m
Gesamt 14,0 km1264 m ↑1264 m ↓6h 00m