Wir haben mehrere Berichte zur Seebergspitze (2085m) im Karwendel:

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Wir haben mehrere Berichte zur Unnützgruppe (2007m, 2075m, 2078m) in den Brandenberger Alpen:

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Die Pyramide am Achensee

Hinauf auf die Seekarspitze


02. September 2011 • Autor: brm.


Übersicht

Dieser Bericht beschreibt die Besteigung der Seekarspitze im Karwendel. Unsere Wanderung beginnt in Achenkirch, an den Ufern des schönen Achensees. Von dort steigen wir über die Seekaralm hinauf zum Gipfel der Seekarspitze. Anschließend folgen wir dem Grat gen Süden bis zum Seebergsattel, wo wir langsam wieder hinabsteigen. Nach einer kleiner Rast an der Seekaralm kehren wir zurück nach Achenkirch.

Schwierigkeit: T3GPS-Route: DownloadWanderkarte: Kompass 26

Aussicht auf eine fantastische Tour

Bereits bei der Anfahrt erkennen wir den pyramidenförmigen Kegel, der westlich des Achensees markant gen Himmel ragt und uns die nächsten Stunden beschäftigen wird: die Seekarspitze (2053m).

Unser Auto parken wir am kostenfreien Wanderparkplatz am Rande von Achenkirch (916m) am Nordufer des Achensees. Wir ziehen die Wanderstiefel an, packen die Rucksäcke und starten, um unseren ersten Zweitausender in Angriff zu nehmen. Nach Überquerung des Oberaubachs trennt sich der Weg und wir folgen dem schmalen Wanderpfad rechterhalb, der auf den ersten Blick nicht wirkt, als würde er auf den Berg hinaufführen. Jedoch schlagen viele Wanderer selbstsicher diesen kleinen Pfad ein, daher entscheiden wir uns auch für eben jenen.

Wie eine Pyramide ragt die Seekarspitze neben dem Achensee in den Himmel.

Gehen, Pause, Gehen, Pause, ...

Die ersten Meter führen flach am ausgetrockneten Flussbett des Oberaubachs entlang. Nach kurzer Gehzeit überqueren wir einen kleinen Zufluss, und der Weg gewinnt rasant an Steigung. Wir müssen nun öfter durchschnaufen, als uns lieb ist, und unser Trinkwasser geht rasch zur Neige. Nach einer Stunde des Hinaufhechelns lichtet sich der dichte Wald, der uns bis dato aller Sicht beraubte, und gibt einen hervorragenden Blick auf den Gipfel der Seekarspitze (2053m) frei. Von hier ist es nicht mehr weit zur Seekaralm (1500m), und mit neuem Mut schlagen wir uns die letzten Meter hinauf. An der Seekaralm angelangt gönnen wir uns eine verdiente Pause.

Schwindelfrei im Latschenforst

Im Rücken der Alm führt der Weg, der ab hier Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verlangt, nach oben. Anfangs ist dieser noch erdig und nicht zu steil, und Latschen begleiten uns rechts und links, deren Wurzeln fiese Stolperfallen darstellen. Doch nach gut einer Stunde verschwinden diese und offenbaren den Blick auf den smaragdgrünen Achensee tief im Tal liegend, die sich majestätisch erhebende Unnützgruppe (2007m, 2075m, 2078m) dahinter und, wenn wir zurückblicken, unseren Ausgangspunkt: Achenkirch.

Bildergalerie: Seekarspitze

Der Gipfel ist erreicht

Seekarspitze
GebirgeKarwendel
KammVorkarwendel
Höhe2053 m
Dominanz1,5 km → Seebergspitze
Koordinaten47°28′46″N, 11°40′56″E
KarteKompass 26: G2

Ab hier führt uns der Weg nun über ein steiniges Kar, und mehrere kleinere Klettereinlagen zwingen uns, Hand am Fels anzulegen. Doch auch diese Hürden meistern wir problemlos. Nach weiteren 45 Minuten stehen wir auf dem Gipfel des Berges, auf welchem wir uns eine kurze Mahlzeit gönnen, den Ausblick genießen, Dohlen füttern und uns über einen fehlenden Stempel ärgern. Im Osten schweift unser Blick übers Rofangebirge, über den Guffert (2195m) und die drei Unnütze (2007m, 2075m, 2078m), welche zusammen mit der Seekarspitze (2053m) den Achensee eingrenzen. Im Süden lassen sich bei gutem Wetter die Dreitausender erkennen, und im Westen lacht uns das Karwendel mit der markanten Montscheinspitze (2106m) entgegen.

Rückweg über den Grat

Wir entscheiden uns für einen Rundweg und schreiten weiter über den Grat zwischen Seekarspitze (2053m) und Seebergspitze (2085m). Der Weg ist herrlich zu gehen und lädt uns immer wieder zu Blicken auf das Panorama ein. Nach 45 Minuten erreichen wir den Einstieg in die Seebergspitze. Von hier aus führt ein Weg hinab zur Forststraße, der uns wieder zurück zur Seekaralm (1500m) bringt. Alternativ könnte man natürlich auch noch die Seebergspitze besteigen. Wir steigen ab und nach einer weiteren Stunde stehen wir wieder vor der Seekaralm. Diesmal entscheiden wir uns gegen den schmalen Pfad, über welchen wir aufstiegen, sondern nehmen die flachere Forststraße. Dabei begegnen wir noch zwei hungrigen Gämsen, die sich aber bei unserem Anblick schnell aus dem Staub machen. Eine weitere Stunde später erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt, und die Pyramide gilt als bestiegen.

Der Abstieg über den Grat ist teilweise etwas steinig.

Zusammenfassung und Alternative

Sieben Stunden dauert diese Tour, ist aber dennoch anfängerfreundlich. Die Kletterstellen sind nicht sehr anspruchsvoll und der herrliche Ausblick lädt zu Verschnaufpausen ein. Das anfangs steile Waldstück ist dafür umso anstrengender, doch dafür entschädigt das letzte Teilstück allemal. Bei ausreichend Zeit und Muße sollte auch die Seebergspitze mitgenommen werden. Es lohnt sich.

Möglich ist dabei eine große Runde mit dem Aufstieg wie hier beschrieben, bis auf die Seebergspitze. Anschließend steigt man dann jedoch über die Südseite ab bis nach Pertisau am Westufer des Achensees. Dort bringen einen die regelmäßig fahrenden Linienschiffe bis nach Achenkirch zurück. Wir sind diese alternative Rundtour bereits entgegengesetzt abmarschiert.

StationenDistanzDifferenzZeit
Achenkirch
→ Seekaralm +3,1 km583 m ↑0 m ↓+1h 20m
→ Seekarspitze ✝ +1,3 km553 m ↑0 m ↓+1h 50m
→ Seebergsattel +1,5 km24 m ↑205 m ↓+0h 45m
→ Achenkirch +8,0 km92 m ↑1047 m ↓+2h 30m
Gesamt 13,9 km1252 m ↑1252 m ↓6h 25m