Wir haben mehrere Berichte zur Seebergspitze (2085m) im Karwendel:

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Eine sternenklare Nacht auf den Unnützen

Auf Vorderunnütz, Hochunnütz und Hinterunnütz


10./11. Juli 2015 – Autor: red.


Übersicht

Dieser Bericht beschreibt die Besteigung der drei Unnützen am Achensee. Von Achenkirch steigen wir spät abends über die Zöhreralm hinauf zum vorgelagerten Gipfelkreuz des Hinterunnütz, wo wir unser Nachtlager aufschlagen. Nach einem herrlichen Sonnenuntergang und einer sternenklaren Nacht auf 2000 Metern Höhe wenden wir uns zunächst nach Süden und besteigen dabei den Hochunnütz und den Vorderunnütz. Anschließend kehren wir zurück zu unserem Nachtlager und erklimmen von dort aus den gut versteckten Gipfel des Hinterunnütz. Der Abstieg führt uns schließlich wieder über die Zöhreralm nach Achenkirch.

Schwierigkeit: T3GPS-Route: DownloadWanderkarte: Kompass 26

Die Unnützen am Achensee

Die Überschreitung der Unnützgruppe gehört wohl zu den Klassikern rund um den Achensee. Viele haben diese Tour bereits bestritten, doch nur die Wenigsten standen auch wirklich auf allen drei Gipfeln des beeindruckenden Massivs. Denn einer der Gipfel liegt unscheinbar hinter einem nahezu undurchdringlichen Latschendickicht versteckt und wird von vielen Wanderern gar nicht so wirklich wahrgenommen: der Hinterunnütz (2007m). Selbst wir hatten den etwas abgelegenen Gipfel bei unserer Überschreitung im Sommer 2013 einfach übersehen. Grund genug für uns, dem markanten Massiv am Achensee noch einmal einen Besuch abzustatten!

Die Überschreitung der Unnützgruppe gehört zu den Klassikern am Achensee.

Eine etwas andere Tour

Es ist spät am Abend, als wir mit unserem Auto in Achenkirch (916m) am Nordufer des Achensees eintrudeln. Eigentlich ziehen wir es ja vor, unsere Touren in den frühen Morgenstunden zu beginnen. Doch das heute wird keine gewöhnliche Tour! Da der Himmel wolkenlos und klar ist, möchten wir die heutige Nacht zum Sternengucken nutzen – und wo ginge das besser, als im Unnützmassiv auf 2000 Metern Höhe? Nach einer hoffentlich angenehmen Nacht, wollen wir dann morgen von unserem hochgelegenen Nachtlager aus schließlich alle drei Gipfel der markanten Berggruppe abklappern: den Hinterunnütz (2007m), den Hochunnütz (2075m) und den Vorderunnütz (2078m).

Startschuss in Achenkirch

Nachdem wir unsere prall gefüllten Rucksäcke geschultert haben, kann es endlich losgehen. Vom Ortskern in Achenkirch wenden wir uns zunächst gen Süden und folgen der Hauptstraße, bis wir eine Unterführung der B181 erreichen. Auf der anderen Seite der vielbefahrenen Bundesstraße wartet schließlich auch schon der erste Wegweiser auf uns. Zu unserem ersten Zwischenziel, der Zöhreralm (1334m), sollen es noch mehr als eineinhalb Stunden sein, zu den Unnützen sogar vier Stunden! Wenn diese Zeiten stimmen, werden wir den Sonnenuntergang wohl verpassen. Doch wir lassen uns davon nicht entmutigen, sondern legen einfach einen Zahn zu.

Der Aufstieg zur Zöhreralm

Von nun an geht es über eine relativ unspektakuläre Forststraße flott nach oben. Obwohl der Tag bereits weit vorangeschritten ist, sind die Temperaturen immer noch sommerlich warm, und wir kommen auf der breiten Schotterpiste schnell ins Schwitzen. Nach einigen Serpentinen wird die Stille des Sommerabends schließlich von einigen Kuhglocken durchbrochen. Verzückt stehen ein paar der massigen Vierbeiner am Wegesrand und beäugen uns kritisch. Abgesehen davon sind wir aber heute Abend völlig alleine unterwegs. Nach 50 Minuten und zahlreichen Kurven rückt plötzlich eine urige Hütte in unser Blickfeld: die Zöhreralm (1334m)! Dort gönnen wir uns eine kurze Trinkpause und genießen den Blick auf das ruhige Achental und die dahinter liegenden Karwendelgipfel.

Nach zahlreichen Serpentinen erreichen wir die urige Zöhreralm.

Der steile Weg nach oben

Nachdem wir neue Kräfte getankt haben, setzen wir uns schließlich wieder in Bewegung. Die breite Forststraße lassen wir nun hinter uns und biegen stattdessen auf einen schmalen Trampelpfad ein, der sich steil den Hang hinauf schlängelt. Der Weg ist wild und führt uns in engen Kehren über allerlei Wurzeln und feines Geröll. Hier ist etwas Konzentration sicherlich nicht verkehrt, doch zumindest gewinnen wir auf diesem Weg nun sehr schnell an Höhe! Als wir schließlich die Latschengrenze erreichen, treffen wir auf einige Schafe, die uns den Weg versperren. Doch nach ein paar kleinen Streicheleinheiten machen die flauschigen Vierbeiner schließlich Platz, und wir können unseren Aufstieg fortsetzen.

Bildergalerie: Vorderunnütz, Hochunnütz & Hinterunnütz

Je höher wir nun kommen, desto anspruchsvoller wird der Pfad. Immer wieder müssen wir nun mit den Händen zugreifen und leichtere Kraxeleien absolvieren. Diese sind aber kaum der Rede wert. Als sich dann nach einer Stunde das Latschendickicht für einige Momente lichtet, taucht plötzlich ein helles Kreuz am Kamm über uns auf. Jetzt ist es nicht mehr weit! Mit ersten Erschöpfungserscheinungen wuchten wir uns die letzten Serpentinen hinauf und erreichen schließlich ... ja, was eigentlich?!

Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir das vorgelagerte Gipfelkreuz des Hinterunnütz.

Der falsche Hinterunnütz

Hier oben auf dem Kamm steht zwar das vorgelagerte Gipfelkreuz des Hinterunnütz (1970m), doch der eigentliche Gipfel (2007m) liegt einige Meter weiter nördlich hinter einem nahezu undurchdringlichen Latschendickicht. Da wir uns jetzt nicht auch noch bis dorthin durchkämpfen wollen, lassen wir es für heute einfach gut sein. Mittlerweile haben wir eh schon zwei Stunden und ungefähr 1000 Höhenmeter in den Beinen. Zufrieden umarmen wir das Kreuz und legen unsere schweren Rucksäcke ab. Während wir nun anfangen, unseren Proviant langsam zu dezimieren, passiert es endlich! Mit einem atemberaubenden Farbspiel versinkt die Sonne langsam hinter dem Karwendelgebirge. Was für ein unbeschreiblicher Anblick!

Langsam versinkt die Sonne hinter den Gipfeln des Karwendelgebirges.

Sternschnuppen und milchige Straßen

Nachdem die Sonne endgültig hinter den zackigen Gipfeln verschwunden ist, nutzen wir das letzte Dämmerlicht, um unser Nachtlager aufzuschlagen. Nach wenigen Minuten haben wir auch schon eine passende Stelle dafür ausfindig gemacht. Um halbwegs windgeschützt zu sein, steigen wir einige Meter hinab in den Sattel zwischen Hinterunnütz (2007m) und Hochunnütz (2075m). Dort breitet sich eine schöne, große Wiese aus, die sich perfekt für unsere Zwecke eignet. Nachdem wir unser Zelt aufgestellt haben, legen wir uns noch für einige Minuten an die frische Luft und bestaunen den umwerfenden Nachthimmel. Nicht nur die Milchstraße lässt sich von hier oben bestens erkennen, sondern auch zahlreiche Sternbilder, wie zum Beispiel der Skorpion und der Schwan. Was für ein Ausblick! Für ein paar Minuten bleiben wir noch draußen liegen und beobachten, wie einige Sternschnuppen mit einem grellen Flackern in der Erdatmosphäre verglühen. Dann wird es uns aber langsam doch zu kalt, und wir ziehen uns in unser warmes Zelt zurück.

Die Milchstraße zeigt sich über dem Gipfel des Hochunnütz.

Dämmerung über dem Rofangebirge

Ein neuer Tag bricht an! Es ist gerade einmal fünf Uhr morgens, als wir uns leicht übermüdet aus den Schlafsäcken schälen und uns für die heutige Etappe vorbereiten. Nach einem kleinen Frühstück kann es dann auch schon losgehen. Unser erstes Ziel ist der mittlere Gipfel: der Hochunnütz (2075m)! Von unserem Nachtlager aus wenden wir uns direkt nach Süden und folgen einem schmalen Trampelpfad, der sich zwischen einigen Latschen einen Hang hinauf zieht. Die Dämmerung hat bereits eingesetzt und taucht den Himmel hinter dem Guffert (2195m) in ein kräftiges Orange. Als wir schließlich nach wenigen Augenblicken aus dem Latschendickicht hervorbrechen, treffen wir auf eine Herde Gämsen. Von unserer Anwesenheit erschreckt zischen diese über die steinige Wiesenlandschaft und verschwinden hinter einer felsigen Abbruchkante. Unbeirrt setzen wir unseren Aufstieg fort und erreichen nach etwa 20 Minuten auch schon unser erstes Tagesziel.

Als der Morgen langsam graut, machen wir uns wieder auf den Weg.

Ein Sonnenaufgang auf dem Hochunnütz

Hochunnütz
GebirgeBrandenberger Alpen
KammRofan
Höhe2075 m
Dominanz0,6 km → Vorderunnütz
Koordinaten47°31′12″N, 11°44′10″E
KarteKompass 26: H1

Pünktlich zum Sonnenaufgang stehen wir auf dem Gipfel des Hochunnütz (2075m). Ein Gipfelkreuz sucht man hier oben zwar vergebens, aber bei der herrlichen Aussicht ist das zu verschmerzen. Leicht hängt noch der Dunst über den Bergen der Brandenberger Alpen, als die Sonne hinter dem Guffert (2195m) hervorbricht und die umliegenden Gipfel in ein helles Rot taucht. Was für ein Spektakel!

Die Sonne bricht hinter dem markanten Guffert hervor.

Im Osten können wir nicht nur die beiden mächtigen Felsstöcke des Kaisergebirges ausmachen, sondern auch die markanten Gipfel der Kitzbühler Alpen. Etwas weiter südlich lässt sich sogar der eindrucksvolle Alpenhauptkamm erkennen, der von den vergletscherten Gipfeln des Großglockner (3798m) und des Großvenediger (3666m) dominiert wird. Der Blick nach Süden wird geprägt vom Vorderunnütz (2078m), auf dem wir bereits einige menschliche Silhouetten ausmachen können. Direkt dahinter ragt der markante Hochiss (2299m) dem Himmel entgegen. Auch den Achensee haben wir nun zum ersten Mal in unserem Blickfeld. Ruhig liegt der „Tiroler Fjord“ noch im Talkessel, während die ersten Sonnenstrahlen über die Karwendelgipfel im Westen streichen. Viele alte Bekannte erkennen wir von hier oben: die Seekarspitze (2053m), die Seebergspitze (2085m), die Montscheinspitze (2106m), ja sogar die Birkkarspitze (2749m) können wir von unserem Standpunkt aus erkennen. Einfach fantastisch! Komplettiert wird das hervorragende Panorama vom Hinterunnütz (2007m), der sich im Norden vor uns aufbaut. Doch bevor wir diesem unscheinbaren Gipfel einen Besuch abstatten, wenden wir uns zunächst noch einmal gen Süden.

Die ersten Sonnenstrahlen streichen über die Gipfel rund um den Achensee.

Gratwanderung zum Vorderunnütz

Vom Gipfel des Hochunnütz (2075m) können wir den Weg zum Vorderunnütz (2078m), dem höchstes Berg des Massivs, bereits bestens einsehen. Entspannt führt uns zunächst ein schmaler Trampelpfad am Grat entlang nach Süden. Zwar sind einige Stellen doch ein wenig ausgesetzt, doch mit etwas Konzentration kommen wir hier dennoch sehr flott voran. Nachdem wir einige Höhenmeter verloren haben, stehen wir schließlich vor dem felsigen Gipfelaufbau des Vorderunnütz. Bei einer kleinen Felspartie müssen wir kurzzeitig mit beiden Händen kräftig zugreifen, ehe der weitere Weg uns wieder relativ entspannt an der Ostflanke nach Süden führt. Zum Schluss geht es dann aber noch einmal äußerst steil bergauf, ehe wir den grasigen Gipfel des Vorderunnütz erreichen.

Über einen leicht ausgesetzten Grat geht es weiter zum Vorderunnütz.

Der Vorderunnütz

Vorderunnütz
GebirgeBrandenberger Alpen
KammRofan
Höhe2078 m
Dominanz5,1 km → Guffert
Koordinaten47°30′52″N, 11°44′21″E
KarteKompass 26: H1

Zufrieden schlendern wir hinauf zum hölzernen Gipfelkreuz und genießen den Ausblick. Während wir im Norden noch unsere vorherige Wegstation erkennen, den einsamen Gipfel des Hochunnütz (2075m), können wir im Süden nun einen ungestörten Blick auf das Rofangebirge mit dem markanten Hochiss (2299m) werfen. Da es mittlerweile schon recht hell geworden ist, reicht die Sicht sogar fast bis zur österreichisch-italienischen Grenze. So sehen wir unter anderem den mächtigen Olperer (3476m), auf dem sich der eindrucksvolle Hintertuxer Gletscher talwärts wälzt. Aber auch sonst ist das Panorama von hier oben nicht zu verachten. Wie bereits vom vorherigen Gipfel haben wir einen tollen Überblick über den ruhigen Achensee und das wilde Karwendelgebirge. Für einige Minuten bleiben wir hier oben noch sitzen und lassen unsere Blicke über die Bergwelt Tirols schweifen.

Der Gipfel des Vorderunnütz ist endlich erreicht.

Der Blick gen Süden reicht fast bis zur österreichisch-italienischen Grenze.

Keine klassische Überschreitung

Bis hierhin kann diese Tour mit der klassischen Überschreitung des Unnützmassivs gleichgesetzt werden. Diese umfasst den Aufstieg von Achenkirch zum vorgelagerten Gipfelkreuz des Hinterunnütz (1970m) sowie den Weitermarsch nach Süden über den Hochunnütz (2075m) und den Vorderunnütz (2078m). Normalerweise würden wir die Tour nun nach Süden fortsetzen und über die Köglalm (1432m) wieder zum Achensee hinabsteigen, um die Traverse zu komplettieren.

Wir machen das heute allerdings nicht. Statt weiter nach Süden zu wandern, kehren wir über denselben Weg wieder nach Norden zurück. Immerhin sind wir noch nicht ganz fertig! Einerseits müssen wir noch unser Zelt sowie unsere Rücksäcke bei unserem Nachtlager aufsammeln, andererseits wollen wir diesmal auch noch zum wahren Gipfel des Hinterunnütz (2007m) aufsteigen.

Mit flotten Schritten kehren wir zurück zum Hochunnütz.

Mit flotten Schritten bahnen wir uns den Weg über den Grat, passieren den Hochunnütz (2075m) ein zweites Mal und erreichen schließlich unser Nachtlager. Nachdem wir unsere Ausrüstung wieder in den Rucksäcken verstaut haben, kehren wir nun zurück zum vorgelagerten Gipfelkreuz des Hinterunnütz (1970m).

Blut und Tränen im Latschendickicht

Da wir nicht wissen, was uns auf dem Weg zum Hinterunnütz (2007m) erwartet, lassen wir unsere prall gefüllten Rucksäcke oben am Kamm noch einmal zurück. Wie sich nach wenigen Augenblicken herausstellt, war dies die richtige Entscheidung. Während die ersten Meter uns über eine grasige Flanke noch ziemlich locker nach Norden führen, erreichen wir sehr schnell ein undurchdringliches Latschendickicht. Wegweiser gibt es hier oben keine mehr und wir können nur raten, wo genau wir hingehen müssen. Mit aller Kraft zwängen wir uns durch den dichten Latschenwald und versuchen uns mit Armen und Beinen irgendwie einen Weg durch das wild wuchernde Geäst zu bahnen. Immer wieder stoßen wir dabei auf Sackgassen und müssen notgedrungen umkehren. Unbeirrt suchen wir uns einen neuen „Weg“, werfen uns erneut ins Latschendickicht, und müssen erneut den Rückzug antreten. Versuch und Irrtum!

Das Latschendickicht am Hinterunnütz ist nahezu undurchdringlich.

Der wahre Gipfel des Hinterunnütz

Hinterunnütz
GebirgeBrandenberger Alpen
KammRofan
Höhe2007 m
Dominanz1,1 km → Hochunnütz
Koordinaten47°31′48″N, 11°44′05″E
KarteKompass 26: H1

Als wir nach ungefähr einer Dreiviertelstunde endlich wieder aus dem Dickicht hervorbrechen, sind unsere Beine aufgrund der scharfkantigen Äste bereits Blut überströmt. Die Hose meines Partners ist halb zerfetzt und auch mein T-Shirt macht nicht mehr den besten Eindruck. Selten war ein Gipfel so hart verdient wie dieser! Mit letzter Kraft wandern wir an der Ostflanke nach Norden und erreichen schließlich den Gipfel des Hinterunnütz (2007m). Bei einem großen Steinmännchen setzen wir uns nieder und erholen uns von den Strapazen. Zumindest der Ausblick ist fantastisch! Nicht nur den Guffert (2195m) können wir von hier oben in all seiner Pracht bestaunen, sondern auch das Alpenvorland lässt sich nun bestens erkennen.

Oft erwähnt, selten bestiegen: der Gipfel des Hinterunnütz.

Der lange Weg zurück

Jetzt haben wir es also geschafft: Wir haben alle drei Gipfel des Unnützmassivs bestiegen. Nachdem wir uns eine kleine Pause auf dem Hinterunnütz (2007m) gegönnt haben, können wir nun mit gutem Gewissen wieder den Abstieg antreten. Zunächst müssen wir uns erneut durch das Latschendickicht kämpfen. Da wir den „Weg“ nun mittlerweile einigermaßen kennen, dauert die Rückkehr zum vorgelagerten Gipfelkreuz nun nicht mehr ganz so lang. Nach etwa 20 Minuten brechen wir wieder aus dem Geäst hervor und erreichen den grasigen Kamm, wo wir unsere Rucksäcke zurückgelassen hatten. Von hier aus geht es über unsere gestrige Aufstiegsroute wieder hinab ins Tal. Der Abstieg zur Zöhreralm (1334m) über den steinigen und teils ausgesetzten Weg ist ziemlich unangenehm, und wir benötigen hier noch einmal eine Menge Konzentration. Doch nach etwas mehr als einer Stunde erreichen wir schließlich wieder die urige Hütte. Geschafft lassen wir uns auf der Terrasse nieder und genießen bei einem Almdudler den Ausblick über das Achental. Dann geht es aber auch schon wieder weiter. Über die breite Forststraße jagen wir nun mit schnellen Schritten talwärts und erreichen nach einer weiteren Dreiviertelstunde schließlich wieder unseren Ausgangsort: die geschäftigen Straßen von Achenkirch.

Mit drei Gipfeln im Gepäck steigen wir wieder hinab nach Achenkirch.

Fazit

Im Jahr 2013 haben wir die klassische Unnütz-Überschreitung von Nord nach Süd bestritten. Unserer Meinung nach ist diese Variante wohl die schönste und leichteste. Der Aufstieg von Achenkirch über die Zöhreralm dauert nicht sehr lange und ist relativ angenehm zu gehen. Oben angekommen, kann man anschließend die drei Gipfel des Massivs im Rahmen einer tollen Gratwanderung abklappern: zuerst den Hinterunnütz, dann den Hochunnütz und zu guter Letzt den Vorderunnütz. Den Abschluss der Tour markiert schließlich der Abstieg über die Köglalm. Dieser ist zwar ein ziemlicher Hatscher, doch zumindest kommt man auf dem breiten Weg ziemlich flott voran.

Die umgekehrte Variante der Überschreitung (also von Süd nach Nord) ist eher nicht zu empfehlen. Dies liegt vor allem daran, dass der Abstieg zur Zöhreralm teilweise ziemlich unangenehm ist und eine Menge Konzentration erfordert.

Zu guter Letzt bedarf die Lage des Hinterunnütz noch eine Erwähnung. Wie bereits oben erwähnt ist das Kreuz dieses Gipfels vorgelagert und steht nicht auf dem höchsten Punkt. Wer sich daran nicht stört, kann auf den offiziellen Wegen bleiben und die Wanderung über den Grat genießen. Wer allerdings den wahren Gipfel des Hinterunnütz besteigen will, der muss sich durch ein nahezu undurchdringliches und wegloses Latschendickicht kämpfen. Für dieses Unterfangen empfehlen wir lange und widerstandsfähige Kleidung, um Schnittwunden aufgrund der scharfkantigen Äste zu vermeiden.

StationenDistanzDifferenzZeit
Achenkirch
→ Zöhreralm +4,0 km418 m ↑ 0 m ↓+0h 50m
→ Hinterunnütz (Wegkreuz) ✝ +1,3 km639 m ↑ 3 m ↓+1h 10m
→ Hochunnütz ✝ +0,9 km163 m ↑ 58 m ↓+0h 30m
→ Vorderunnütz ✝ +0,7 km140 m ↑137 m ↓+0h 25m
→ Hochunnütz ✝ +0,7 km137 m ↑140 m ↓+0h 25m
→ Hinterunnütz (Wegkreuz) ✝ +0,9 km 58 m ↑163 m ↓+0h 30m
→ Hinterunnütz (Gipfel) ✝ +0,5 km 54 m ↑ 7 m ↓+0h 45m
→ Hinterunnütz (Wegkreuz) ✝ +0,5 km 7 m ↑ 54 m ↓+0h 20m
→ Zöhreralm +1,3 km 3 m ↑639 m ↓+1h 00m
→ Achenkirch +4,0 km 0 m ↑418 m ↓+0h 35m
Gesamt 14,8 km1619 m ↑1619 m ↓6h 30m