Wir haben mehrere Berichte zur Seebergspitze (2085m) im Karwendel:

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Wir haben mehrere Berichte zur Seekarspitze (2053m) im Karwendel:

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Die Unnütz-Überschreitung

Über Hoch- & Vorderunnütz


04. Juli 2013 – Autor: brm.


Übersicht

Der vorliegende Bericht beschreibt die Überschreitung der Unnützgruppe in den Brandenberger Alpen. Von Achenkirch steigen wir auf zu einem vorgelagerten Kreuz am Hinterunnütz und weiter über den Hochunnütz zum Vorderunnütz. Bei nebligen Bedingungen steigen wir schließlich über die Südseite bis zur Köglalm ab und legen das letzte Stück Forststraße per Anhalter zurück.

Schwierigkeit: T3GPS-Route: DownloadWanderkarte: Kompass 26

Vorwort

Kaum zu übersehen und dennoch irgendwie im Schatten von Seekar- (2053m) und Seebergspitze (2085m): die Unnützgruppe. Drei Gipfel an der 2000-Meter-Marke im Norden des Achensees. Sie sind deutlich unbekannter als die beiden oben Genannten, aber nicht minder schön. Schon lange haben wir geplant, alle drei bei einer angenehmen Ein-Tages-Tour zu überschreiten. Das es am Ende zu unserer Überraschung nur zwei Gipfel wurden, mindert die Schönheit der Wanderung kaum.

Start in Achenkirch

Wir beginnen unsere Tour im Örtchen Achenkirch (916m) direkt am Fuße des Unnützmassivs. Bei der Touristeninformation stellen wir unser Auto ab, fragen dort kurz nach dem richtigen Weg und ziehen los. Vorerst folgen wir der Straße Richtung Achensee und biegen nach der Sparkasse links ab. Unter einer Unterführung hindurch treffen wir auf die Forststraße, die uns zu unserem ersten Ziel, der Zöhreralm (1334m), führen soll. Da Forststraßen im Allgemeinen aber ermüdend sind, nutzen wir die erstbeste Möglichkeit und biegen rechterhand auf einen schmalen Waldsteig ab.

Zuerst müssen wir durch Achenkirch im Schatten der Seekarspitze.

Über Steige zur Zöhreralm

An am Weg grasenden Kühen vorbei führt uns der Steig, mit kleinen Unterbrechungen durch die Forststraße, steil nach oben. An einer Stelle müssen wir kurz unsere Wanderkarte zücken – man ist ja vorbereitet – und nach dem richtigen Weg Ausschau halten, denn unser Weg führt an dieser schlecht beschilderten T-Kreuzung nicht wie angenommen nach oben, sondern leicht abfallend nach links. Dort treffen wir nach kurzer Zeit wieder auf den Steig. Wenige Minuten später und eine Stunde nach Abmarsch vom Auto erreichen wir die Zöhreralm (1334m). Auf den Felsen neben der Alm rasten wir und genießen unsere erste Brotzeit.

Der Baumgrenze ist erreicht

Der steile Steig führt uns jetzt weiter rasch nach oben. Obwohl es gar nicht so heiß ist, tropft uns vom steilen Anstieg und von einer leichten Schwüle der Schweiß von der Nasenspitze. Die Bäume und die Forststraße haben wir bereits hinter uns gelassen und Latschen säumen jetzt den Wegesrand. Mittlerweile lässt sich zwischen den Wolken auch das ein oder andere Mal das erste Kreuz erkennen. Und auch der Blick ins Tal lohnt sich. Zwar ist der See noch durch das Bergmassiv verdeckt, aber die Seekarspitze (2053m) hinter Achenkirch bietet ein malerisches Bild. Nicht nur einmal halten wir für ein Foto an. Als sich die Latschen lichten, wird der Weg felsiger und das Kreuz rückt näher.

Jetzt ist es nicht mehr weit bis nach oben.

Verwirrender Gipfel

Neunzig Minuten nach Abmarsch von der Zöhreralm (1334m) erreichen wir es schließlich. Etwas verwirrend ist, dass in der Box am Kreuz der Stempel des Hochunnütz (2075m), des zweiten Gipfel, zu finden ist. Und dass die im Gipfelbuch angegebene Höhe von 1970 Meter nicht mit den auf der Karte angegebenen 2007 Meter übereinstimmt. Und dass der Gipfel laut Karte etwas abseits des Weges liegen sollte. Dort finden sich aber nur Latschen. Erst in der Nachrecherche erfahren wir dann, dass wir uns tatsächlich durch die Latschen hätten kämpfen müssen. Denn der wahre Gipfel des Hinterunnütz befindet sich weiter nördlich und ist mit einem Steinmännchen markiert. Da wir das aber nicht wussten, haben wir den Gipfel somit nicht erreicht, sondern nur ein vorgelagertes Wegkreuz. Verdammt!

Update am 12.07.2015

Mittlerweile waren wir ein zweites Mal im Unnützmassiv unterwegs und haben dabei auch den Hinterunnütz bestiegen. Den Bericht zu dieser Tour finden Sie unter obigem Link zum Hinterunnütz.

Unterwegs zum zweiten Gipfel

Nach einer kurzen Rast verlassen wir dieses Wegkreuz wieder. Im Nebel lässt sich die nächste Erhebung schon leicht erahnen. Der Grat, der hier oben verläuft, ist sehr breit und kann eigentlich kaum als solcher bezeichnet werden. Es erinnert mehr an ein Plateau im schottischen Hochland. Weite Wiesen, Schafe und Schneefelder mit inbegriffen. Zuerst geht es noch einmal steil nach unten, um dann wieder anzusteigen. Eigentlich ist uns klar, dass der Gipfel jetzt kommen müsste.

Bildergalerie: Unnütz-Überschreitung

Unsichtbarer Gipfel

Hochunnütz
GebirgeBrandenberger Alpen
KammRofan
Höhe2075 m
Dominanz0,6 km → Vorderunnütz
Koordinaten47°31′12″N, 11°44′10″E
KarteKompass 26: H1

Paradoxerweise überlaufen wir diesen dennoch. Das Gipfelkreuz wurde dort entfernt und noch nicht wieder aufgebaut, so dass wir den Gipfel des Hochunnütz (2075m) nicht als solchen erkennen. Zwar erkennen wir einige Steine und Balken, die wohl für das Kreuz da sind. Aber bewusst wird uns die kuriose Situation erst beim dritten Gipfel. Dennoch können wir diesen Gipfel dieses Mal als bestiegen werten, denn oben waren wir auf alle Fälle.

Tolle Aussicht, neues Gipfelkreuz

Vorderunnütz
GebirgeBrandenberger Alpen
KammRofan
Höhe2078 m
Dominanz5,1 km → Guffert
Koordinaten47°30′52″N, 11°44′21″E
KarteKompass 26: H1

Nach diesem Gipfel geht es wieder leicht nach unten und nach einer kurzen Senke wieder nach oben. Der Weg verläuft um den Gipfelaufbau herum – hier ist Trittsicherheit gefragt – so dass man schlussendlich von Süden den Vorderunnütz (2078m) anläuft. Das Kreuz ist neu und der Ausblick auf den Achensee und die Seekarspitze (2053m) fantastisch. Einen Stempel gibt es nicht. Somit haben wir paradoxerweise nun nur den Stempel des Gipfels, auf dem wir gar nicht bewusst waren. Verwirrend... Nichtsdestotrotz pausieren wir gemütlich und lassen unseren Blick schweifen.

Ermüdender Abstieg

Beim Abstieg reißt dann die entstandene Wolkendecke auf und wir bekommen herrliche Fotos vom Achensee. Hier am südlichen Ende des Unnützmassivs stört kein Felsen mehr. Nach langer Zeit auf dem Steig erreichen wir schließlich die Forststraße und die Köglalm (1432m). Auf eine Einkehr verzichten wir und steigen weiter ab. Neben der Forststraße würde ein Steig nach unten führen, diesen übersehen wir aber und mühen uns Kehre für Kehre die Straße hinunter. Zu unserem Glück treffen wir dabei auf einen Förster, der uns anbietet, uns in seinem Jeep ins Tal mitzunehmen. Wir nehmen an und sind nach insgesamt fast sechs Stunden wieder bei unserem Auto.

Vorbei an der Köglalm geht es ins Tal.

Fazit

Die Tour auf die Unnütze ist wunderschön. Beim Aufstieg spart man sich viel Zeit im Wald, da der Weg sehr steil ist. Dafür ist es konditionell anspruchsvoll. Das Gipfelplateau kann man hervorragend genießen, auch weil es landschaftlich atemberaubend ist. Einzig der Hinterunnütz ist schwerer zu erreichen, aber mit den nötigen Informationen machbar. Der Abstieg dagegen ist etwas ermüdend, aber würde man den von uns übersehenen Steig nehmen, wäre auch dieser schneller machbar. Da der schönste der drei Gipfel der Vorderunnütz ist, sollte man zuvor keinesfalls kehrt machen.

StationenDistanzDifferenzZeit
Achenkirch
→ Zöhreralm +2,0 km424 m ↑6 m ↓+1h 00m
→ Hinterunnütz (Wegkreuz) ✝ +1,3 km695 m ↑22 m ↓+1h 30m
→ Hochunnütz ✝ +1,3 km195 m ↑127 m ↓+0h 25m
→ Vorderunnütz ✝ +0,9 km197 m ↑194 m ↓+0h 25m
→ Köglalm +2,9 km0 m ↑646 m ↓+1h 15m
→ Achenkirch +3,0 km9 m ↑525 m ↓+0h 50m
Gesamt 14,1 km1520 m ↑1520 m ↓5h 25m