Bergtour: Fockenstein – Outdoor-Clan.de


Wir haben mehrere Berichte zur Zugspitze (2962m) im Wetterstein:

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Wir haben mehrere Berichte zum Wank (1780m) in den Bayerischen Voralpen:

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Wanderer gehen unterhalb der Schneewechten am Fockenstein.

Verschneite Tour am Tegernsee

Von Bad Wiessee auf den Fockenstein


27. Dezember 2017 • Autor: brm.


Übersicht

Dieser Bericht beschreibt die Besteigung des Fockenstein in den Bayerischen Voralpen. Unsere Wanderung beginnt am Gasthof Sonnenbichl in Bad Wiessee und führt über eine gut begehbare Forststraße zur Aueralm. Von dort geht ein schmaler Pfad aus östlicher Richtung zum Gipfel des Fockenstein. Über den südlichen Abstiegsweg kehren wir nach einer längeren Gipfelpause zur Aueralm zurück, ehe wir über die Forststraße wieder hinab zum Ausgangspunkt steigen.

Schwierigkeit: WT2GPS-Route: DownloadWanderkarte: Kompass 08

Wintertouren sind immer ein Abenteuer

Zahlreiche Winterwanderungen haben wir mittlerweile geplant und beschritten. Einige waren aus unterschiedlichen Gründen kaum zu bewältigen, andere so anstrengend, dass sie auch rückblickend keinen Spaß machten. Wieder andere dagegen waren zu leicht und damit fast langweilig. Eine passende Winterwanderung zu finden, ist immer eine Herausforderung. Für unsere diesjährige Weihnachtstour, die traditionell mit unseren im Ausland lebenden Bergfreunden stattfindet, haben wir uns für den Fockenstein (1564m) am Tegernsee entschieden.

Generell eignen sich viele Berge um den Tegernsee aufgrund ihrer geringen Höhe für eine Winterwanderung. An der Ostseite des Fockenstein (1564m) steht mit der Aueralm (1266m) außerdem eine ganzjährig geöffnete Hütte. Und was ist eine Winterwanderung ohne wärmende Speisen und Getränke...? Aber trotz dieser guten Voraussetzungen kann eine Wintertour schnell kippen: Seien es unkenntliche Wege, zu viel Neuschnee oder schlicht schlechtes Wetter.

Die Aueralm.

Entscheidungshilfe für den Fockenstein: Die Aueralm mit zerfledderter Flagge.

Daher steigen wir trotz der ordentlichen Wetterlage und Planung mit einem mulmigen Gefühl aus unserem Auto, als wir den Parkplatz am Gasthof Sonnenbichl in Bad Wiessee (740m) erreichen. Zwar ist der einsehbare Bereich unseres Aufstiegswegs – eine Forststraße – gut geräumt, aber man weiß ja nicht, wie sich die Schneelage im oberen Bereich verhält.

Dieses Mal ist uns eine gute Wahl gelungen

Schnell haben wir unsere Ausrüstung geschultert und stehen bereits nach wenigen Metern vor dem ersten Problem: Der geräumte Weg ist spiegelglatt. Wir weichen also auf den Wegesrand aus und können dort relativ problemlos unseren Marsch entlang des gemütlich plätschernden Zeiselbachs fortsetzen. Je höher wir dabei kommen, desto weniger vereiste Stellen finden sich auf dem Weg, und bald gehen wir auf einer normalen Forststraße.

Kurz bevor die Straße zu eintönig wird, ändert sich der Untergrund. Als wir an einer Diensthütte vorbeikommen endet die gut geräumte und damit befahrbare Forststraße. Zwar ist der Weg auch im weiteren Verlauf geräumt, aber es wurde eine zentimeterhohe Schneedecke liegen gelassen. Warum, zeigen die tiefen Spuren mehrerer Schlittenkufen. Wir sind heute aber mit die Ersten am Berg und daher kommt uns zum Glück keines dieser Geschosse entgegen.

Dem neuen Untergrund folgen wir wieder längere Zeit, ehe vor uns eine steile Kehre erscheint. Ein Wegweiser signalisiert, dass die Aueralm (1266m) nun nahe ist. Und so ist es auch: Wenige Meter nach der Kehre lichtet sich der Wald und zeigt einen der schönsten Augenblicke dieser Tour: Rechterhand liegt auf einem Buckel die Aueralm und vor uns breitet sich die ganze Schönheit der winterlichen Bayerischen Voralpen aus. Obwohl man diese Momente mittlerweile zur Genüge kennt, verschlägt es einem immer wieder die Sprache: Sogar das Gipfelpaar Buch- und Roßstein (1701m/1698m) ist in der Ferne zwischen den zahlreichen schneebedeckten Spitzen zu sehen.

Bildergalerie: Fockenstein

Die richtige Routenwahl gelingt uns

Auch unser heutiges Tagesziel ist nun gut zu erkennen. Direkt hinter der Aueralm (1266m) erhebt sich der Fockenstein (1564m). Zwar wirkt die steile Ostflanke kaum besteigbar, aber wie wir aus unseren Vorbereitungen wissen, geht dort ein Steig hoch. Bevor wir uns aber daran wagen, schleppen wir uns erst die letzten Meter zur urigen und traumhaft schön gelegenen Aueralm hinauf. Dampfnudeln mit Vanillesoße preist die Karte an, und so freuen wir uns schon auf den Rückweg, wenn wir dort einkehren.

Vorerst lassen wir die Hütte aber links liegen und folgen dem nun nicht mehr geräumten, aber gut ausgetretenen Maximiliansweg in Richtung Fockenstein (1564m). Kurz nach der Hütte passieren wir dabei den Buchetskogel (1271m), der aber nicht als Gipfel durchgeht. Nicht lange danach erwartet uns schon der Wegweiser: Entweder wir nehmen den steilen, zuvor angesprochenen Weg über die Ostflanke oder wir umrunden den Berg erst in Richtung Süden und steigen von dort auf. Letzterer Weg ist etwas länger, aber dafür nicht so steil. Ausgetreten und erkennbar sind beide Pfade.

Ausgetretener Pfad von der Aueralm zum Fockenstein.

Zwar ist der Weg ab der Aueralm nicht mehr geräumt, aber trotzdem gut erkennbar.

Tatsächlich ist diese Entscheidung wichtig für die Tour. Der steile Ostflanken-Weg scheint im Abstieg sehr ungemütlich, ist im Aufstieg mit etwas Mühe aber gut zu bewältigen. Ganz genau andersherum verhält es sich dagegen mit der Südroute. Diese ist im Abstieg sehr gut machbar, scheint im Aufstieg aber arg langweilig zu sein. Auch wir entscheiden uns für den Ostaufstieg und Südabstieg. Zwar mehr aus Instinkt, denn aus Ahnung... aber ja.

Neuschnee darf keiner liegen...

Von Beginn an führt uns der Weg steil nach oben. Solang man sich zwischen den Bäumen aufhält, die die Ostflanke bedecken, hält sich die Schneehöhe in Grenzen. Kommt man aber an gelegentlichen Stellen aus dem Wald – diese Stellen treten häufiger auf, je näher wir dem Gipfel kommen – steigt sofort die Schneemenge und wir müssen häufig unsere Hände nutzen und große Schritte machen. Die Steilheit des Geländes macht den Aufstieg auch zu einem anstrengendem Unterfangen. Wanderstöcke sind sehr zu empfehlen.

Die letzten Meter zum Gipfel des Fockenstein.

Das Ziel ist nah...

Fockenstein
LandDeutschland
GebirgeBayerische Voralpen
KammTegernseer Berge
Höhe1564 m
Koordinaten47°41′04″N, 11°39′07″E

Für alle Anstrengungen entlohnt aber der Moment, als wir oben über die Kuppe kommen. Endlich ist der solange verborgene Blick nach Westen möglich. Bevor wir diesen aber ausgiebig genießen, legen wir noch die letzten Meter zum lediglich einen Meter hohen Gipfelkreuz zurück und legen dort unsere Rucksäcke und Wanderstöcke ab. Bei einer kurzen Brotzeit gönnen wir uns den wohlverdienten Ausblick.

Im Norden erstreckt sich das immer wieder erstaunlich flache Alpenvorland, welches uns bei der Anfahrt immer deutlich bergiger vorkommt. Im Südosten fallen besonders die Gipfel der Zugspitze (2961m), des Wank (1780m) und der Alpspitze (2628m) ins Auge. Und im Westen breitet sich unser Aufstiegsweg vor uns aus – bis hinab zum toll im Tal gelegenen Tegernsee!

Alpenpanorama auf dem Fockenstein.

Vom Gipfel haben wir eine tolle Sicht auf die umliegenden Berge.

Auf zu Dampfnudeln und Vanillesoße

Zu lange wollen wir uns dann aber auch nicht auf dem Gipfel aufhalten. Der Wind fegt doch sehr stark über uns hinweg. Und so steigen wir in südlicher Richtung wieder ab. Wie gesagt ist der Weg hier im Abstieg gut machbar. Nach knapp 15 Minuten treffen wir auf eine Abzweigung: Obwohl die Aueralm (1266m) von hier aus links liegt, müssen wir trotzdem nach rechts abbiegen und so erst einen großen Bogen um den Fockenstein (1564m) machen. Der Weg links führt nämlich wieder Richtung Gipfel.

Nach ein paar – wohlgemerkt bewussten – Rutschpartien auf dem Hosenboden über die schneebedeckten Abhänge erreichen wir an der Neuhüttenalm (1329m) vorbei nach knapp 45 Minuten wieder die Aueralm (1266m). Dort kehren wir auf Dampfnudeln mit Vanillesoße ein – dieses Essen hat uns zuvor gedanklich bereits die ganze Tour versüßt – ehe wir über unseren Aufstiegsweg locker zum Gasthof Sonnenbichl (740m) zurücktrotten.

StationenDistanzDifferenzZeit
Gasthof Sonnenbichl
→ Aueralm +4,5 km559 m ↑ 0 m ↓+1h 35m
→ Fockenstein ✝ +1,9 km265 m ↑ 0 m ↓+1h 15m
→ Aueralm +2,9 km9 m ↑ 274 m ↓+1h 00m
→ Gasthof Sonnenbichl +4,5 km0 m ↑559 m ↓+1h 00m
Gesamt 13,8 km833 m ↑833 m ↓4h 50m