Wir haben mehrere Berichte zur Seebergspitze (2085m) im Karwendel:

Zurück zum Text

Wir haben mehrere Berichte zur Seekarspitze (2053m) im Karwendel:

Zurück zum Text



Wir haben mehrere Berichte zur Unnützgruppe (2007m, 2075m, 2078m) in den Brandenberger Alpen:

Zurück zum Text

Mediterraner Flair am Achensee

Eine Tour über den Gaisalmsteig und den Mariensteig


11. Juli 2015 • Autor: red.


Übersicht

Dieser Bericht beschreibt unsere Wanderung über den Gaisalmsteig und den Mariensteig am Westufer des Achensees. Vom Wanderparkplatz in Achenkirch wandern wir zunächst über den Gaisalmsteig nach Süden zur Gaisalm. Nach einer kleinen Brotzeit an der Uferpromenade wenden wir uns anschließend dem Mariensteig zu, der uns nach Pertisau am Südufer des Achensees bringt. Von dort geht es schließlich per Schiff wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Schwierigkeit: T2GPS-Route: DownloadWanderkarte: Kompass 26

Zurück am Achensee

Nach langer Zeit hat es uns nun einmal wieder an den schönen Achensee verschlagen. In den vergangenen Jahren haben wir bereits einige anspruchsvolle Bergtouren rund um den „Tiroler Fjord“ unternommen, wie zum Beispiel die Überschreitung der Unnützgruppe (2078m) oder die Besteigung der Seekarspitze (2053m). Heute wollen wir es jedoch etwas ruhiger angehen lassen. Geplant ist eine entspannte Wanderung von Achenkirch nach Pertisau, die uns am abwechslungsreichen Westufer des Achensees entlang führen wird. Der acht Kilometer lange Weg gliedert sich dabei in zwei Etappen: den Gaisalmsteig und den Mariensteig. Per Schiff geht es anschließend wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Startschuss in Achenkirch

Wir beginnen unsere Wanderung am nördlichen Ufer des Achensees im geschäftigen Achenkirch. Das Wetter ist heute einmal wieder traumhaft schön und hat zahlreiche Touristen in die kleine Ortschaft gelockt. Wie so oft herrscht hier ein richtiges Gewusel! Erschöpfte Wanderer kehren in den Wirtschaften ein, Radfahrer zischen über die Hauptstraße, einige Motorradfahrer gönnen sich eine kleine Pause am Supermarkt und junge Familien suchen etwas Erfrischung am kühlen See.

Trotz des starken Besucherandrangs finden wir relativ schnell einen Parkplatz in der Nähe des Caravan-Parks (Achtung: kostenpflichtig). Nachdem wir unseren Rucksack mit dem Nötigsten gepackt haben, kann es endlich losgehen. Glücklicherweise ist unser erstes Ziel – die Gaisalm (938m) – bereits auf den gelben Wegweisern ausgeschrieben.

Auf einer breiten Schotterstraße geht es zunächst über den ausgetrockneten Oberaubach nach Nordwesten. Bevor wir nach etwa 200 Metern jedoch den Wald erreichen, macht der Weg eine scharfe Wendung nach Südosten und führt uns zurück zum türkisblauen See. Im Schatten des Hochiss (2299m) ziehen hier einige Segler und Kanuten ihre Bahnen.

Speziell an Wochenenden lockt der Achensee viele Segler und Kanuten an.

Der Gaisalmsteig

Direkt am See wird der Weg nun deutlich schmäler: Wir haben den Einstieg zum Gaisalmsteig erreicht! Laut einem Schild am Wegesrand sollten ab hier nur noch „geübte“ Wanderer unterwegs sein. Allerdings treffen wir gleich zu Beginn auf zahlreiche Familien, die mit ihren Kleinkindern unterwegs sind. Warum auch nicht? Der Weg ist zwar nicht mehr ganz so breit und teilweise auch leicht ausgesetzt, doch wirklich schwer oder gefährlich wird es nie. Festes Schuhwerk sollte man dennoch zu dieser Wanderung mitbringen!

Typisch für den Gaisalmsteig: schmale, aber einfache Wege direkt am See.

Bei sommerlichen Temperaturen schlendern wir nun langsam auf dem schmalen Weg gen Süden. Während sich rechterhand immer wieder mal Wald und karge Felswände abwechseln, haben wir zu unserer Linken stets einen traumhaften Blick auf den türkisblauen Achensee. Wer etwas Abgeschiedenheit sucht, findet abseits des Hauptweges sogar einige einsame Kiesstrände, die zum Entspannen einladen.

Wir folgen allerdings den zahlreichen anderen Ausflüglern weiter nach Süden. Auf dem gut präparierten Weg kommen wir nun schnell voran. Zwar müssen wir dabei auch einige Höhenmeter überwinden, doch unzählige hölzerne Treppenstufen machen das leichte Auf und Ab praktisch zu einem Spaziergang. Erst kurz vor der Gaisalm (938m) zieht der Schwierigkeitsgrad spürbar an, als es plötzlich steil bergauf geht und wir ordentlich an Höhe gewinnen. Kurz darauf geht es aber auch schon wieder über unzählige Treppenstufen steil nach unten. Dann ist die erste Etappe auch schon geschafft!

Das türkisblaue Wasser des Achensees erweckt mediterranen Flair.

Intermezzo auf der Gaisalm

Nach ungefähr einer Stunde erreichen wir die schön gelegene Gaisalm (938m). Hier kann man sich nicht nur im Biergarten eine kühle Erfrischung gönnen, sondern auch mit seinen Kleinen einen Abstecher zum Spielplatz machen. Uns zieht es allerdings hinunter zur Uferpromenade. In der Nähe des Bootshauses lassen wir uns auf einer Parkbank nieder und genießen beim Blick auf das türkisblaue Wasser eine kleine Brotzeit.

Perfekt für eine Pause: die Gaisalm auf halber Strecke.

Der Mariensteig

Nachdem wir neue Kräfte getankt haben, nehmen wir die zweite Etappe unserer Wanderung in Angriff: den Mariensteig. Auch dieser führt uns nun die meiste Zeit direkt am Ufer des schönen Achensees entlang gen Süden. Dabei müssen zunächst auch einige Bäche und breite Geröllfelder überwunden werden, die sich von der Seebergspitze (2085m) herunter wälzen. Diese sind allerdings nicht als Hindernisse zu verstehen, sondern sorgen für etwas Würze auf dem Weg gen Süden.

Der Mariensteig führt uns über das grobe Geröll des Breitlahngraben.

Gut gelaunt arbeiten wir uns nun immer weiter gen Süden. Da der Mariensteig ziemlich eben verläuft, kommen wir relativ flott voran. Das liegt auch daran, dass der Weg hervorragend präpariert ist. An einigen leicht ausgesetzten Passagen wurden sogar Drahtsteile als Hilfe gespannt, die wir persönlich aber nicht benötigen. Einzig der rege Besucherstrom sorgt auf den schmalen Wegen immer wieder einmal für kleinere Staus. Aber das war ja vorherzusehen. Immerhin ist ja Wochenende.

Bildergalerie: Gaisalmsteig & Mariensteig

Nach etwa 40 Minuten auf dem Mariensteig gehört aber auch dieses kleine Problem der Vergangenheit an. Kurz vor Pertisau endet nämlich der schmale Steig und geht in eine breite Schotterpiste über. Jetzt haben wir es also fast geschafft! Während wir uns langsam den ersten Häusern in Pertisau nähern, hören wir schon, wie das Schiffshorn die Stille über dem Achensee durchbricht. Da die Fähren zwischen Pertisau und Achenkirch nur stündlich verkehren, müssen wir uns nun sputen. Doch wir haben Glück! Eine Minute bevor das Schiff wieder ablegt, erreichen wir die Anlegestelle! Zufrieden suchen wir uns einen Platz an Deck und genießen die entspannte Überfahrt.

Auch auf dem Mariensteig ist der Ausblick einfach nur traumhaft!

Fazit

Wer eine kurze und leichte Wanderung mit toller Aussicht und mediterranem Flair sucht, ist bei dieser Tour genau richtig. Sowohl der Gaisalmsteig als auch der Mariensteig führen direkt am Ufer des Achensees entlang und bieten traumhafte Ausblicke auf das türkisblaue Wasser und die imposante Bergwelt dahinter.

Zwar weist ein Schild gleich zu Beginn der Wanderung darauf hin, dass der Weg nur von „geübten“ Wanderern begangen werden sollte, doch rückblickend scheint uns diese Warnung etwas übertrieben. Trotz einiger leicht ausgesetzter Stellen ist der Weg nie wirklich fordernd oder gefährlich. Somit können wir diese Wanderung auch für Einsteiger und Familien mit Kindern empfehlen. Entgegen mancher Behauptungen im Internet ist diese Tour allerdings nicht kinderwagentauglich!

Auch konditionell stellt diese Wanderung keine großen Ansprüche. Wer dennoch mittendrin schlapp macht, kann die Tour auch spontan bei der Gaisalm beenden und von dort das Schiff zurück nach Achenkirch nehmen. Einziger Wermutstropfen ist der hohe Besucherandrang, speziell an Wochenenden und Feiertagen. Wer sich daran allerdings nicht stört, wird auf dem Gaisalmsteig und dem Mariensteig seine Freude haben.

StationenDistanzDifferenzZeit
Achenkirch 🅿 🚢
→ Gaisalm ☕ 🚢 +3,4 km 70 m ↑ 70 m ↓+1h 00m
→ Pertisau 🅿 🚢 +4,6 km 40 m ↑ 40 m ↓+0h 50m
Gesamt 8,0 km110 m ↑110 m ↓ 1h 50m