Im Schatten des Geigelstein

Hüttentest: Die Priener Hütte


01. April 2016 • Autor: red.


Einführung

Die Priener Hütte (1410m) im Schatten des Geigelstein (1808m) gehört zu den beliebtesten Unterkünften in den Chiemgauer Alpen. Das ganze Jahr über nutzen Wanderer, Mountainbiker und Wintersportler das idyllisch gelegene Schutzhaus für Erkundungstouren durch die malerische Landschaft der Kampenwandgruppe. Dabei sind besonders die relativ kurzen Zustiege aus dem Priental – von Sachrang (2h) oder Huben (2h) aus – sehr beliebt. Alternativ lässt sich das Schutzhaus aber auch von Walchsee (2h) oder Ettenhausen (3h) aus erreichen. Die in den 1920er Jahren erbaute – und über die Jahre mehrfach erweiterte – Hütte bietet heute Platz für nahezu 100 Gäste. Dafür sorgen unter anderem 54 Lagerplätze und 43 Betten. Um uns selbst ein Bild von der modernen Herberge zu machen, haben wir der Priener Hütte im Frühjahr 2016 einen kleinen Besuch abgestattet.

Lage

Die Priener Hütte befindet sich im Herzen des Naturschutzgebietes Geigelstein. Eingerahmt wird das Schutzhaus dabei von malerischen Bergesflanken, weit ausgedehnten Almen und einem kleinen Bergsee. In unmittelbarer Nähe befinden sich mit dem Geigelstein (1808m), dem Breitenstein (1606m), dem Mühlhörndl (1518m) und dem Hochköpfl (1538m) zudem gleich mehrere lohnende Gipfelziele. Wer es hingegen etwas gemütlicher mag, kann seine Wanderung aber auch direkt auf der Terrasse beenden und von dort den traumhaften Blick hinüber zu den felsigen Gipfeln des Kaisergebirges genießen. Da die Priener Hütte mit einer Forststraße bestens erschlossen ist, eignet sie sich auch als Destination für Gelegenheitswanderer und Mountainbiker.

Die Lage unterhalb des Geigelstein lädt das ganze Jahr über zu schönen Touren ein.

Bewirtung

Wer es bis nach oben schafft, wird von einem äußerst netten Hüttenteam in Empfang genommen. Die Hüttenwirtin Moni kümmert sich bestens um ihre Gäste und sorgt dafür, dass man sich bei ihr wie zu Hause fühlt. Am meisten imponierte uns aber Gustl, der liebenswerte Hüttenkater, der uns in der rustikalen Gaststube willkommen hieß. Auch kulinarisch gibt es kaum etwas auszusetzen. Immerhin bietet die Priener Hütte eine breite Palette von Gerichten zu fairen Preisen. Neben dem beliebten Kaiserschmarrn werden unter anderem diverse Suppen, Eintöpfe, Nudelgerichte und Fleischspeisen angeboten. Dabei legt der Küchenchef großen Wert auf die Verwendungen von lokalen Produkten. Persönlich können wir uns nur für die Kartoffelsuppe, die Linsensuppe und die Speckknödelsuppe verbürgen. Diese waren aber allesamt vortrefflich!

Wer herzhafte Gerichte zu fairen Preisen sucht, ist hier richtig.

Ausstattung

Nach größeren Renovierungsarbeiten in den 60er und 70er Jahren macht die Priener Hütte heute einen vergleichsweise modernen Eindruck. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man es fast mit einem hübschen Bed & Breakfast verwechseln. So gibt es hier oben nicht nur eine zeitgemäße Großküche sowie einen Duschraum (Achtung: kostenpflichtig!), sondern auch einen schönen, rustikalen Speisesaal. Die Mehrbettzimmer – die nur marginal mehr als ein Lagerplatz kosten – sind ebenfalls gemütlich eingerichtet und bieten unerwartet viel Komfort. Als familienfreundliche Berghütte wurde ferner auch an die kleinsten Wanderer gedacht. So gibt es auf der Priener Hütte nicht nur hölzerne Kinderbetten in den Schlafzimmern, sondern auch eine kleine Spielecke im zweiten Stockwerk.

Viel Komfort zum kleinen Preis gibt es in den Mehrbettzimmern.

Fazit

Insgesamt gehört die Priener Hütte zu den besseren DAV-Unterkünften. Dafür sorgt nicht nur die ausgezeichnete Lage, sondern auch der nette Service und die fairen Preise. Wer Wert auf Ruhe und Einsamkeit legt, sollte jedoch die Hauptsaison (Winter und Sommer) meiden und lieber auf das Frühjahr oder den Herbst ausweichen. Generell empfiehlt sich darüber hinaus, ein Mehrbettzimmer zu buchen. Dieses bietet deutlich mehr Komfort als ein einfaches Lager – und das fast zum selben Preis.