Traumhaft gelegen – oft überlaufen

Hüttentest: Die Landsberger Hütte


06. Juli 2015 • Autor: brm.


Malerisch liegt die Landsberger Hütte auf 1810 Metern im Tannheimer Tal oberhalb der Lache, einem kleinen Bergsee. Der Anmarsch vom Vilsalpsee (1,5h) ist leicht, noch etwas zugänglicher ist der Weg, wenn man mit der Gondel auf die Bergstation des Neunerköpfle (1866m) fährt und von dort herüberwandert (2h). Die im Jahr 1929 erbaute und 1966 erweiterte DAV-Hütte beherbergt 170 Schlafplätze im Lager, 30 in den Zimmern sowie 16 Schlafplätze im Winterraum. Im Folgenden unsere kurze Review, die wir auf Basis unseres Besuchs im Juni 2015 erstellt haben.

Lage

Wunderschön, malerisch, traumhaft! Am Fuße der Roten Spitze (2130m) gelegen, zwei Bergseen in unmittelbarer Nähe, leicht zugänglich, mit zahlreichen Tourenmöglichkeiten und dem Klettersteig auf die Lachenspitze (2126m) liegt die Landsberger Hütte (1810m) perfekt für jeden Wanderer. Kaum eine Hütte kann mit solch einer Lage punkten.

Traumhaft gelegen: die Landsberger Hütte (mittig oberhalb des linken Sees).

Bewirtung

Die Preise für Verpflegung liegen etwas über den durchschnittlichen Preisen auf vergleichbaren Hütten, sind aber noch im Rahmen. Die Speisen sind schmackhaft und ausreichend. Die Reservierung geht problemlos vonstatten; einzig im Winter muss man sich etwas durchtelefonieren. Etwas kleinere Lager wären wünschenswert – wir lagen mit vierzig weiteren Wanderern in einem Raum – aber darüber muss man bei Lager-Reservierung hinwegsehen. Der Wirt selbst machte auf uns einen vernünftigen und anständigen Eindruck, wird in so manchen Reviews im Internet aber als mürrisch und unfreundlich bezeichnet. Nennen wir es einfach bärbeißigen Charme. Wer sich an die Hüttenregeln hält, wird keine Probleme bekommen.

Ausstattung

Die Betten verfügen über eine Decke mit Fuß- und Kopfende und ein Kopfkissen. Wie in Lagern üblich liegt man sehr eng beieinander (ca. 50cm für jeden). Die Hütte beherbergt einen Waschraum mit Waschbecken und zwei kostenpflichtige Duschen im Nebengebäude. Das klingt nach wenig bei fast 200 Gästen – als wir ankamen, waren die Duschen aber zumeist frei. Das Wasser ist lauwarm, Trinkwasser muss man sich kaufen. Die Hütte hat einen Trockenraum und für Zimmerreservierer eine eigene Gaststube mit Fernseher. Frühstück gibt es ab sieben Uhr morgens, Abendessen ab 18 Uhr.

Größter Kritikpunkt der Hütte ist die viel zu kleine Gaststube. Bei unserer Tour mussten wir draußen essen, da im Haus nichts mehr frei war. Hätte es, wie vorhergesagt, geregnet, wäre es für uns sehr ungemütlich geworden. Weil auch danach nichts mehr frei wurde, gingen wir früh ins Bett. Bei schönem Wetter stellt das wohl kein Problem dar, aber wenn die Terrasse nicht genutzt wird, ist die Hütte zu klein. Vor allem, weil sie sehr viel besucht wird und laut Internetreviews ständig überlaufen ist. Sicher nicht optimal! Die gute Zugänglichkeit wird hier zum Nachteil.

Fazit

Die Landsberger Hütte ist definitiv einen Besuch wert. Will man aber mehr als eine Nacht verbringen, sollte man ein Zimmer mieten. Und man sollte sich nicht an Menschenmassen stören. Außerdem: rechtzeitig reservieren, die Plätze sind schnell vergeben.