Wir haben mehrere Berichte zur Zugspitze (2962m) im Wetterstein:

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Ein Zillertaler Aussichtsgipfel

Über das Friesenberghaus auf den Hohen Riffler


24./25. August 2016 • Autor: ban.


Übersicht

Dieser Bericht beschreibt unseren Aufstieg auf den Hohen Riffler im Zillertal in Tirol. Vom Schlegeisspeicher wandern wir über die Olpererhütte bis zum Friesenberghaus. Dort verbringen wir die Nacht und starten am kommenden Morgen früh in Richtung Gipfel. Dort angekommen genießen wir einen fantastischen Rundblick. Anschließend geht es noch am selben Tag zurück zum Schlegeisspeicher.

Schwierigkeit: T4, UIAA IGPS-Route: DownloadWanderkarte: Kompass 290

Wunderschöne Aussicht beim Aufstieg

Natürlich gibt es einen kürzeren Weg auf den Hohen Riffler (3231m), aber da wir zwei Tage Zeit haben, gehen wir vom Parkplatz am Schlegeisspeicher (1782m) erst die Neumarkter Runde. Über ein wunderschönes Hochtal erreichen wir nach knapp drei Stunden die Olpererhütte der Sektion Neumarkt i. d. Opf. (2389 m) für eine kurze Rast. Die Befürchtung, dass durch den sich überraschend nochmals zurückmeldenden Hochsommer unsere Nächtigungshütte, das Friesenberghaus (2498m), überfüllt sein könnte, treibt uns zur Eile an und wir legen den schönen Höhenweg – immer mit Blick auf die Kette des Hochfeilers (3510m) und den tiefblauen Schlegeisspeicher – ohne Pause zurück. Nur ein kurz über uns kreisender Adler lässt uns für einige Minuten innehalten. Am Ende führt uns der Weg weit nach oben und wir kommen deutlich über dem Friesenberghaus in das Hochtal, so dass wir nach fünf Stunden Gehzeit noch etwas absteigen müssen.

Der Schlegeisspeicher.

Vom malerisch gelegenen Schlegeisspeicher starten wir unsere Tour.

Das Friesenberghaus hat eine lange Geschichte

Das Friesenberghaus ist mit 2498 Metern Höhe eine der höchst gelegenen Hütten des DAV und ebenso eine der geschichtsträchtigsten. Die Hütte wurde 1933 dem Alpenverein Berlin enteignet, weil er sich weigerte, seine jüdischen Mitglieder auszuschließen. Nach weiteren Wirrungen mit der Rückgabe 1945 endete die Geschichte 1968 mit der Übergabe der Hütte an die Sektion Berlin des DAV. Es hatten aber kaum Mitglieder des AV Berlin den Holocaust überlebt. Derer wird nun durch Namensgravuren auf den Stühlen der heutigen Hütte gedacht.

Das Friesenberghaus.

Auf dem Friesenberghaus verbringen wir die Nacht.

Uns gefiel es auf dem Friesenberghaus (2498m) sehr gut. Riesige Essensportionen, saubere Betten/Lager und Sanitärräume, äußerst freundliches und kompetentes Personal. Nach einer ruhigen Nacht im Lager und strahlend blauem Himmel auch am zweiten Tag unserer Tour war es um kurz nach 8 Uhr vorbei mit unserer Frühstückgemütlichkeit: Unser Führer wollte wohl unbedingt der erste am Rifflergipfel (3231m) sein und trieb uns wütend zum Aufbruch.

Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind unabdingbar

Der Aufstieg beginnt direkt am Friesenberghaus (2498m) und führt zunächst über einen immer felsiger werdenden Steig auf ein mit Steinmännchen übersätes Hochplateau auf ca. 3000m Höhe. Ab hier sollte man die Wanderstöcke an den Rucksack klemmen oder einfach zur Seite stellen (wir kommen ja auch hier wieder runter). Es beginnt dann eine nicht schwierige, aber anstrengende Kletterei, bei der man immer wieder mal die Hände zu Hilfe nehmen muss.

Gipfel des Hohen Riffler.

Zum ersten Mal im Blickfeld: Der Gipfel des Hohen Riffler.

Erst nach einer Stunde Kraxlerei – man erkennt bereits das Gipfelkreuz – wird der Weg eine kurze Strecke etwas ausgesetzt. Hier ist auf jeden Fall Schwindelfreiheit erforderlich. Auch ist für diesen Gipfel – insbesondere auch für den Abstieg – Trittsicherheit unabdingbar. Nach zwei Stunden waren wir schließlich auf dem Gipfel des Hohen Riffler (3231m).

Hoher Riffler
GebirgeZillertaler Alpen
KammTuxer Hauptkamm
Höhe3231 m
Dominanz2,6 km → Gefrorene-Wand-Spitzen
Koordinaten47°08′14″N, 11°70′45″E
KarteKompass 290

Der unbeschreibliche Lohn für den Aufstieg war an diesem komplett trockenen und wolkenfreien Tag ein herrlicher Rundblick über die Zugspitze (2962m) und den Wendelstein (1838m) in den Bayerischen Alpen bis zu den Südtiroler Bergen zwischen den Gletscher-Viertausendern. Auch der Tuxer Gletscher mit seinen Seilbahnen und dem Sommerskibetrieb stört den Blick nur wenig.

Die Zugspitze vom Hohen Riffler gesehen.

Sogar die Zugspitze (halbrechts) war vom Gipfel zu erkennen.

Nach der Gipfelrast geht es zurück ins Tal

Wir hatten uns nach einer Stunde immer noch nicht sattgesehen, mussten aber dann doch den Abstieg in Angriff nehmen. Dieser stellte sich als bei weitem nicht so schwierig heraus wie beim Aufstieg befürchtet. Trotz einiger kleiner Schneefelder, die sehr weich waren, war unsere komplett trittsichere Vierergruppe nach neunzig Minuten wieder am Friesenberghaus (2498m). Eine Rast mit Brotzeit (es wurde uns sogar die Bestellung des zeitaufwendigen Kaiserschmarrns gestattet) brachte uns neue Kräfte und wir verließen zufrieden und gut gelaunt die Hütte und nahmen den zweistündigen Abstieg zum Schlegeisspeicher in Angriff. Dieses Mal nahmen wir einen anderen Weg als im Aufstieg. Aber auch dieser war wieder ein schöner Weg durch ein herrliches Hochtal mit tollen Ausblicken und einem begleitenden Bach, aber immer sehr felsig und deshalb ständige Konzentration erfordernd. Wir überquerten einen letzten schönen Wasserfall, (ich kühlte meinen schmerzenden linken Fuß im eiskalten Wasser) und wir waren wieder am Parkplatz beim Speichersee.

StationenDistanzDifferenzZeit
Schlegeisspeicher
→ Olpererhütte +4,1 km 624 m ↑ 17 m ↓ +2h 55m
→ Friesenberghaus +3,8 km 352 m ↑ 243 m ↓ +2h 00m
→ Hoher Riffler ✝ +2,7 km 733 m ↑ 0 m ↓ +1h 55m
→ Schlegeisspeicher +7,5 km 2 m ↑ 1451 m ↓ +3h 35m
Gesamt 18,1 km 1711 m ↑ 1711 m ↓ 10h 25m