Wir haben mehrere Berichte zum Krottenkopf (2086m) in den Bayerischen Voralpen:

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Einsames Karwendel

Über Wörnerkopf und Zunterweidkopf


16. Juni 2013 • Autor: red.


Übersicht

Dieser Bericht beschreibt die Besteigung des Wörnerkopf sowie des Zunterweidkopf im Karwendel. Unsere Wanderung beginnt bei den Kasernen im beschaulichen Mittenwald. Von dort geht es zunächst entlang des Gassellahnbachs hinauf zum Rehberg. Anschließend folgen wir dem Weg zum Gipfel des Wörnerkopf. Nach einer Brotzeit im Schatten der mächtigen Zweitausender steigen wir schließlich über den Zunterweidkopf und die Rehbergalm wieder hinab ins Tal.

Schwierigkeit: T3GPS-Route: DownloadWanderkarte: Kompass 26

Zurück in den Straßen Mittenwalds

Bereits letztes Jahr waren wir in der Gegend um Mittenwald (910m) unterwegs und haben dabei nicht nur den Wörnerkopf (1979m) sondern auch den Zunterweidkopf (1810m) bei einer unserer schönsten Wanderungen bestiegen. Die Einsamkeit der Pfade, die idyllische Landschaft, die fantastische Gratüberschreitung – all diese tollen Aspekte haben uns auch dieses Jahr wieder zurück in die beschauliche Ortschaft Mittenwald geholt. Diesmal wählen wir jedoch eine leicht abgewandelte Route.

Der Aufstieg zur Rehbergalm

Wir folgen jenseits der Kasernen zunächst dem Gassellahnbach einige Minuten in nördlicher Richtung, unterqueren eine vielbefahrene Brücke und biegen schließlich bei den Wanderparkplätzen am Fuß des Schwarzkopf (1591m) auf unseren Wanderpfad ein. Zunächst geht es über steile und schmale Serpentinen durch den Wald einige Meter schnell hinauf. Rechterhand hören wir in der Tiefe das Plätschern des Gassellahnbaches, der sich silberhell von den mächtigen Karwendelgipfeln hinab ergießt. Bereits wie letztes Jahr sind wir hier ganz alleine unterwegs und keine Menschenseele kreuzt unseren Weg. Nach einigen Minuten mündet der Trampelpfad in einem breiteren Weg, der direkt am Wasserlauf vorbeiführt. Nach einer kleinen Abfrischung im klaren Bergwasser biegen wir links in den Wald. Dort folgt ein steiler und anstrengender Aufstieg über Serpentinen. Nur gelegentlich blitzen hier die Giganten der nördlichen Karwendelkette durch die Bäume hervor – doch wenn sie es tun, ist es ein mehr als imposanter Anblick. Nach insgesamt zwei Stunden erreichen wir schließlich die Rehbergalm (1565m).

Im Süden ragen die mächtigen Zweitausender der Nördlichen Karwendelkette hervor.

Ein neue Route zum Wörnerkopf

Auf einer blühenden Wiese lassen wir uns erst einmal gemütlich nieder und machen eine ausgedehnte Brotzeit im Angesicht der mächtigen Wettersteingipfel auf der anderen Seite des Tals. Nachdem wir neue Kräfte getankt haben, setzen wir uns wieder in Bewegung. Im Gegensatz zur letztjährigen Tour steigen wir von hier allerdings nicht direkt zum Zunterweidkopf (1810m) auf, sondern folgen zunächst dem Weg Richtung Wörnersattel. Dieser führt uns auf der Südflanke des Berges entlang. Während der Weg anfangs gemütlich vor sich hinplätschert, erreichen wir schließlich nach einer halben Stunde die Schlüsselstelle. An einer Felswand geht es über in den Fels geschlagene Eisen weiter. Doch das klingt schlimmer als es in Wirklicheit ist. Eine Seilsicherung sorgt für den nötigen Halt, und wir queren die Gefahrenstelle problemlos. Anschließend wird der Weg wieder einfacher und wir kommen über steinige Pfade unserem Tagesziel, dem Wörnerkopf (1979m) immer näher. Unterwegs queren wir ein, zwei kleine Wasserläufe und marschieren kurzzeitig auf die mächtige Karwendelkette im Süden zu. Dann biegt der Weg jedoch wieder links ab und wir erreichen über steile Serpentinen den grasbedeckten Wörnersattel.

Vom Wörnersattel haben wir einen tollen Blick auf Mittenwald.

Der Wörnerkopf

Wörnerkopf
GebirgeKarwendel
KammNördliche Karwendelkette
Höhe1979 m
Dominanz1,1 km → Wörner
Koordinaten47°27′31″N, 11°19′56″E
KarteKompass 26: B2

Von hier aus folgen wir dem Trampelpfad durch die grasige Landschaft in nördlicher Richtung und erreichen schließlich den Gipfel des Wörnerkopf (1979m). Der Ausblick ist sagenhaft! Im Nordwesten erkennen wir unseren alten Freund, den Krottenkopf (2086m), sowie den Barmsee. Im Norden erstreckt sich die Soierngruppe mit ihren felsigen Gipfeln. Im Süden ragen die Zweitausender der nördlichen Karwendelkette direkt vor uns dem Himmel entgegen. So sehen wir hier unter anderem den markanten Wörner (2476m), der von hier aus über den Wörnersattel erreichbar wäre. Im Westen erkennen wir den Talort Mittenwald sowie die Ausläufer des Wettersteinmassives. Und im Osten, da sehen wir die Kampenleitenspitze (1921m) sowie die Raffelspitze (2323m). Das Panorama ist wahrlich umwerfend!

Majestätisch ragt die Soierngruppe im Norden dem Himmel entgegen.

Auf Messers Schneide

Nach einer deftigen Brotzeit auf dem Wörnerkopf (1979m) setzen wir uns wieder in Bewegung. Diesmal wenden wir uns direkt nach Westen, wo in einigen hundert Metern Entfernung der bewaldete Gipfel des Zunterweidkopf (1810m) schon gut zu erkennen ist. Der Weg führt uns zunächst zwischen Felsen einige Meter steil hinab, ehe wir auf einen Berggrat einbiegen. Der Pfad ist teilweise noch schneebedeckt, lässt sich allerdings gut begehen – und so kommen wir auch sehr flott voran.

Der Zunterweidkopf

Zunterweidkopf
GebirgeKarwendel
KammNördliche Karwendelkette
Höhe1810 m
Dominanz1,2 km → Wörnerkopf
Koordinaten47°27′40″N, 11°18′58″E
KarteKompass 26: B2

Während man den Zunterweidkopf (1810m) aus der Ferne problemlos als Gipfel ausmachen kann, sieht die Sache jedoch ganz anders aus, wenn man erst einmal auf dem Grat unterwegs ist. Von da an ragt der von Bäumen eingerahmte Gipfel nicht wirklich auffällig dem Himmel entgegen. Zudem gibt es auch kein Gipfelkreuz oder Steinmännchen, das auf den höchsten Punkt verweist. Und so passieren wir den Gipfel des Zunterweidkopf – wie bereits letztes Jahr – ohne dass wir wirklich Notiz von ihm nehmen. Aber das tut der Stimmung keinen Abbruch. Immerhin ist allein die Gratwanderung mehr als lohnenswert. Nach etwa 30 Minuten beginnen wir den Abstieg zur Rehbergalm (1565m).

Bildergalerie: Wörnerkopf & Zunterweidkopf

Der Abstieg

Durch den steilen Wald östlich der Rehbergalm (1565m) arbeiten wir uns flott nach unten. Von hier aus haben wir nun zwei Optionen bezüglich unserer weiteren Abstiegsroute. Entweder wir kehren über denselben Weg nach Mittenwald zurück, den wir auch für den Aufstieg gewählt hatten, oder wir folgen dem Pfad, der geradeaus über die Westflanke des Rehbergs zurück ins Tal verläuft. Obwohl wir uns letztes Jahr auf dieser Route bereits gewaltig verlaufen haben, wollen wir es nun noch einmal versuchen. Über gut markierte und ausgetretene Pfade kommen wir diesmal deutlich besser voran. Von nun an geht es durch den Wald über schmale Serpentinen flott bergab. Schließlich mündet der Weg auf einer Forststraße, über die wir gemütlichen Schrittes wieder ins Tal gelangen. Drei Stunden nach dem Aufbruch am Gipfel des Wörnerkopf (1979m) kühlen wir uns im seichten Wasser des Gassellahnbachs ab und kehren in einem der schönen Biergärten Mittenwalds ein.

Fazit

Die Überschreitung von Wörnerkopf und Zunterweidkopf ist sicherlich ein Geheimtipp für das Karwendelgebirge. Während die mächtigen Zweitausender bei Mittenwald von Touristen geradezu überrannt werden, verirrt sich kaum ein Wanderer auf diese beiden Gipfel. Somit steht einer idyllischen und einsamen Wanderung nichts mehr im Wege. Zwar erfordert diese Tour ein gewisses Maß an Kondition (und an der Schlüsselstelle auch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit), doch die unberührte Natur und die tolle Fernsicht entschädigen für alle Anstrengungen.

StationenDistanzDifferenzZeit
Mittenwald
→ Rehberg +5,8 km750 m ↑50 m ↓+1h 45m
→ Wörnerkopf ✝ +4,1 km417 m ↑48 m ↓+1h 50m
→ Zunterweidkopf ✝ +1,2 km21 m ↑190 m ↓+0h 45m
→ Mittenwald +5,0 km50 m ↑950 m ↓+1h 45m
Gesamt 16,1 km1238 m ↑1238 m ↓6h 05m