Über dem ruhigen Chiemsee

Eine Sommertour auf den Hochgern


02. Juli 2011 • Autor: red.


Übersicht

Dieser Bericht beschreibt die Besteigung des Hochgern in den Chiemgauer Alpen über den Normalweg. Die Wanderung beginnt in der kleinen Gemeinde Marquartstein und führt uns über die Agersgschwendt-Alm und das Hochgernhaus hinauf zum Gipfel. Nach einer kurzen Brotzeit im Hochgernhaus kehren wir schließlich über dieselbe Route zurück zu unserem Startort.

Schwierigkeit: T2GPS-Route: DownloadWanderkarte: Kompass 14

Startschuss in Marquartstein

Unsere Tour beginnt auf dem Wanderparkplatz in Marquartstein (610m), der sich oberhalb der gleichnamigen Burg befindet (Burgstraße). Gleich zu Beginn der Wanderung haben wir die Qual der Wahl und müssen uns entscheiden, ob wir der gut befestigten Forststraße folgen, oder ob wir die Tour durch einige Abkürzungen über schmalere Waldpfade ein wenig aufpeppen. Wir entscheiden uns für Letzteres, aber letztlich münden auch diese Waldpfade wieder auf der Forststraße, die uns nun in einem eher unspektakulären Aufstieg Richtung Agersgschwendt-Alm (1040m) führt.

Eine Kuh erwartet uns am Wegesrand.

Erster Halt: Agersgschwendt-Alm

Nach einer knappen Stunde rückt die Agersgschwendt-Alm (1040m) in unser Blickfeld. Hier bietet sich die Gelegenheit, eine erste Pause einzulegen und einen Blick aufs Bergpanorama zu werfen, welches sich im Süden erstreckt. Nachdem der Rucksack wieder geschultert ist, geht die Wanderung auf einem mäßig steigenden Forstweg entlang der Südseite des Hochgern (1748m) weiter. Allerdings erlaubt die dichte Vegetation nur selten einen Blick ins Umland. Kurz nachdem wir ein kleines Bächlein passieren, versperrt uns ein Kuhgatter den Weiterweg. Als wir dieses Hindernis überwunden haben, führen uns Serpentinen weiter den Berg hinauf. Dabei haben wir Gelegenheit, den Kühen beim Grasen zuzusehen und einige Schnappschüsse zu machen.

Zeichen der Zivilisation

Nachdem wir die Serpentinen hinter uns gelassen haben, rückt eine Ansammlung von Häusern in unser Blickfeld. Knapp eine Stunde, nachdem wir die Agersgschwendt-Alm (1040m) verlassen haben, stehen wir nun vor dem Enzianstüberl (1400m) und dem Hochgernhaus (1461m), wo wir bei Bedarf erneut Kräfte tanken könnten. Doch wir belassen es zunächst bei einer kleinen Rast und kehren erst auf dem Rückweg in einem der beiden Häuser ein. Immerhin haben wir den Gipfel noch nicht erreicht, und es trennen uns noch ungefähr 300 Höhenmeter vom ersehnten Gipfelblick.

Bildergalerie: Hochgern

Zunächst folgen wir einem etwas steileren und ungepflegteren Pfad nach oben und erhaschen nach kurzer Zeit die ersten Blicke auf das nördliche Umland des Hochgern (1748m). Hier lohnt es sich, einige Minuten stehen zu bleiben und die Sicht auf den Chiemsee zu genießen, der sich hellblau getüncht am Horizont erstreckt. Anschließend folgen wir einem erdigen Trampelpfad durch die Bergwiesen – immerhin sind Bäume auf dieser Höhe nun deutlich rarer gesät. Nach einigen kurzen Wendungen rückt nun auch zum ersten Mal das Gipfelkreuz des Hochgern in unser Blickfeld.

Frohlocken am Gipfelkreuze

Hochgern
GebirgeChiemgauer Alpen
KammHochgernstock
Höhe1748 m
Dominanz10,9 km → Dürrnbachhorn
Koordinaten47°45′02″N, 12°30′56″E
KarteKompass 14: A2

Nach insgesamt dreieinhalb Stunden führen uns die letzten Meter über einen schmalen Wiesenpfad auf den Gipfel des Hochgern (1748m), der an Sommertagen oft gut besucht ist. Nachdem wir das Gipfelkreuz umarmt haben, nutzen wir die Gelegenheit, den Blick in alle Richtungen schweifen zu lassen. Im Norden ruht der Chiemsee sanft am Horizont, im Osten ragt der Hochfelln (1674m) heraus, und im Süden bietet sich ein ausgezeichneter Blick auf die Chiemgauer Alpen.

Drama am Gipfel!

Nachdem wir nun einige Zeit am Gipfel verbracht und auch einen kleinen Blick in die Miniaturkapelle geworfen haben, wird es Zeit, sich langsam auf den Rückweg zu machen. Doch zuvor beabsichtigen wir noch den Gipfelstempel auf unser mitgebrachtes Papier zu drücken, um ein Andenken an diese Wanderung zu haben. Allerdings wurde der Stempel anscheinend vor einiger Zeit aus der Verankerung gerissen. Somit bleibt uns keine andere Wahl, als mit gesenkten Köpfen wieder den langen Weg zurück zum Parkplatz anzutreten. Zum Abstieg wählen wir denselben Weg, den wir bereits für den Aufstieg gewählt hatten. Nachdem wir im Hochgernhaus (1461m) neue Kräfte gesammelt haben, quälen wir uns auf einem ermüdenden Marsch den Berg hinunter Richtung Wanderparkplatz. Für den Abstieg sind ungefähr zwei Stunden Gehzeit zu veranschlagen.

Der grasige Gipfel des Hochgern.

Zusammenfassung

Diese Tour kann als technisch leichte Bergwanderung bezeichnet werden. Der Weg ist nicht sehr steil, meistens gut markiert und in gepflegtem Zustand. Einzig die beachtliche Länge der Tour erfordert ein gewisses Maß an Kondition. Dennoch entlohnt der Blick auf den Chiemsee und das Umland alle Anstrengungen. Zudem bieten sich entlang des Weges mit der Agersgschwendt-Alm, dem Enzianstüberl und dem Hochgernhaus gleich drei Einkehrmöglichkeiten.

StationenDistanzDifferenzZeit
Marquartstein
→ Agersgschwendt-Alm +3,2 km401 m ↑0 m ↓+1h 05m
→ Hochgernhaus +2,7 km434 m ↑5 m ↓+1h 15m
→ Hochgern ✝ +2,0 km276 m ↑6 m ↓+1h 15m
→ Marquartstein +7,9 km11 m ↑1111 m ↓+2h 05m
Gesamt 15,8 km1122 m ↑1122 m ↓5h 40m