Ein Sonnenuntergang am Großen Höllkogel im Höllengebirge.

Himmlische Nacht im Höllengebirge

Pledigupf, Alberfeldkogel und Großer Höllkogel


08. – 09. September 2016 • Autor: bra.


Übersicht

Dieser Bericht beschreibt die Besteigung von drei Gipfeln in den Salzkammergut-Bergen. Von der Bergstation der Feuerkogelbahn brechen wir zur Mittagszeit auf und besteigen nach einander den Pledigupf, den Alberfeldkogel und den Großer Höllkogel. Nach einer sternenklaren Nacht auf dem höchsten Gipfel des Höllengebirges kehren wir über die Rieder Hütte wieder zurück zur Bergstation der Feuerkogelbahn.

Schwierigkeit: T2GPS-Route: DownloadWanderkarte: Kompass 291

Rückkehr ins Salzkammergut

Was macht man, wenn man nur wenig Zeit hat und keine übermäßige sportliche Herausforderung sucht, aber das schöne Bergwetter im September nochmals nach einer Tour mit Bergübernachtung ruft? Richtig, man nutzt die existierenden, menschengemachten Möglichkeiten, die einen zügig in luftige Höhen befördern können.

An einem schönen Septemberwochenende entscheiden wir uns daher, wieder einmal zum Höllengebirge im Salzkammergut zu fahren und dort den höchsten Gipfel, den Großen Höllkogel (1862m), zu besteigen. Wenn man die Seilbahn nutzt und eine Übernachtung einplant, reicht dafür auch ein relativ später Start.

Trubel am Feuerkogel

Pledigupf
AliasBledigupf
LandÖsterreich
GebirgeSalzkammergut-Berge
KammHöllengebirge
Höhe1622 m
Koordinaten47°49′00″N, 13°43′02″E

Zur Mittagszeit geht es mit der Feuerkogelbahn bei Ebensee (475m) entspannt hinauf zum Feuerkogelhaus (1600m), am östlichen Ende des Massivs. Nachdem wir von der Bergstation (1592m) die schöne Aussicht auf den Traunsee im Osten genossen haben, gehen wir über den kaum erwähnenswerten Pledigupf (1622m) und um den Heumahdgupf (1680m) herum weiter nach Westen.

Bildergalerie: Pledigupf, Alberfeldkogel & Großer Höllkogel

Verschnaufpause am Europakreuz

Alberfeldkogel
LandÖsterreich
GebirgeSalzkammergut-Berge
KammHöllengebirge
Höhe1707 m
Koordinaten47°49′02″N, 13°42′19″E

Nach 40 Minuten auf einfachen Wegen erreichen wir schließlich den Alberfeldkogel (1707m) mit dem Europakreuz. Während einer kurzen Verschnaufpause auf der Aussichtskanzel genießen wir den Blick zurück zum Hüttenresort Feuerkogel sowie auf den Vorderen Langbathsee im Nordwesten. Dann geht es für uns weiter Richtung Südwesten.

Der Blick vom Alberfeldkogel auf den Vorderen Langbathsee im Salzkammergut.

Vom Alberfeldkogel haben wir einen herrlichen Blick nach Norden.

Der Übergang

Der Höllkogel im Zeitraffer
(In Kooperation mit APTP)

Bis zum Großen Höllkogel (1862m) sind es noch gute drei Stunden, wobei der Weg in leichtem Auf und Ab langsam anspruchsvoller wird. Erst nach einiger Zeit kommt unser Tagesziel ins Blickfeld.

Der Übergang zum Großen Höllkogel im Höllengebirge.

Latschenteppiche und Geröllfelder prägen die höheren Lagen des Höllengebirges.

Ungefähr eine Stunde vor dem Gipfel teilt sich schließlich der Weg: Entweder man macht einen Umweg über die Rieder Hütte (1765m) oder man geht direkt zum Großen Höllkogel (1862m). Wir wählen die zweite Variante, die sich jedoch als etwas schwieriger herausstellt. In grobsteinigem Gelände geht es zunächst bergab, bevor der steile Gegenanstieg zum Gipfel noch einmal alle Kraft in Anspruch nimmt.

Eine höllische Nacht

Großer Höllkogel
LandÖsterreich
GebirgeSalzkammergut-Berge
KammHöllengebirge
Höhe1862 m
Koordinaten47°47′52″N, 13°40′42″E

Dann haben wir es geschafft! Eine traumhafte Aussicht breitet sich vor uns aus. Der Rücken des Großen Höllkogel (1862m) ist nach Westen hin zwar mit Latschen bedeckt, direkt am Gipfel gibt es jedoch einen grasigen Flecken, der wie gemacht ist für unser Dreimannzelt. Ich stelle meine Kamera auf, um den sich abzeichnenden Sonnenuntergang mit einer Timelapse-Sequenz aufzunehmen. Dann genießen wir unser Abendbrot bei grandioser Aussicht.

Der Gipfel des Großen Höllkogel im Höllengebirge.

Am späten Nachmittag erreichen wir unser Tagesziel: den Großen Höllkogel.

Es lässt sich im Westen der Attersee erkennen, über dem die Sonne gerade glimmt. Im Norden ist die Rieder Hütte zu sehen, und im Osten der Feuerkogel mit all seinen Gasthäusern und Almen. Wir sind alleine am Gipfel und können daher das Naturschauspiel ungestört genießen.

Ein Sonnenuntergang auf dem Großen Höllkogel im Höllengebirge.

Mit einem prächtigen Farbspiel verschwindet die Sonne hinter dem Salzburger Land.

Nach dem Sonnenuntergang begeben wir uns in unser Zelt, da die Temperaturen langsam fallen. Jedoch halte ich es dort nicht lange aus — ein paar Timelapse-Aufnahmen sowie Fotos des Sternenhimmels warten. Und so verbringe ich, wie so oft, die halbe Nacht tatsächlich im Freien mit meiner Kamera. Meine Begleitung lässt sich davon nicht beirren und schläft durch.

Die Milchstraße über dem Großen Höllkogel im Höllengebirge.

Die Milchstraße zieht über unser einsames Nachtlager hinweg.

Leichtfüßiger Abschied

Am nächsten Morgen stehen wir rechtzeitig um 06:30 Uhr auf, um den Sonnenaufgang hinter ein paar Wolken nicht zu verpassen. Dann treten wir den Heimweg an. Hierfür nehmen wir diesmal den Weg über die Rieder Hütte. Wir haben Glück, und sie ist bereits für Wanderer geöffnet. Und so gönnen wir uns ein Frühstück mit Kaffee, bevor es gemächlich und mit leichtem Fuß zurück zur Bergstation der Feuerkogelbahn geht, an der wir gegen Mittag eintreffen. Mit der Seilbahn geht es im Anschluss wieder gemütlich zurück ins Tal.

Die Rieder Hütte im Höllengebirge.

Nach einem Frühstück an der Rieder Hütte treten wir den Heimweg an.

StationenDistanzDifferenzZeit
Feuerkogelbahn (Bergstation)
→ Pledigupf ✝ +0,6 km 30 m ↑ 0 m ↓+0h 10m
→ Alberfeldkogel ✝ +1,7 km 98 m ↑ 13 m ↓+0h 30m
→ Großer Höllkogel ✝ +3,7 km393 m ↑238 m ↓+2h 45m
→ Rieder Hütte +1,0 km 54 m ↑151 m ↓+0h 40m
→ Feuerkogelbahn (Bergstation) +4,4 km142 m ↑315 m ↓+2h 15m
Gesamt 11,4 km 717 m ↑ 717 m ↓ 6h 20m