Im Herzen der Khumbu-Region

Die Besteigung des Gokyo Ri


25. März 2013 • Autor: nea.


Übersicht

Dieser Bericht beschreibt die Besteigung des Gokyo Ri im Rahmen einer zehntägigen Trekkingtour durch die Khumbu-Region in Nepal. Im Morgengrauen brechen wir von der kleinen Ortschaft Gokyo auf und wuchten uns in der dünnen Höhenluft langsam hinauf zum Gipfel. Nachdem wir das atemberaubende Bergpanorama bestaunt haben, kehren wir schließlich wieder nach Gokyo zurück, wo bereits ein deftiges Frühstück auf uns wartet.

Schwierigkeit: T3, LGPS-Route: Download

Morgendlicher Startschuss in Gokyo

Im Rahmen unserer zehntägigen Trekkingtour durch die Khumbu-Region machen wir auch einen Stopp in Gokyo (4790m) – einer kleinen Ortschaft am Ufer des Dudh Pokhari Sees. Von hier aus planen wir nun die Besteigung des Gokyo Ri (5357m) – auch Gokyo Peak – der auf der anderen Seeseite majestätisch thront. Um beste Sicht zu haben und ungestört von anderen Trekkern oben anzukommen, ist es ratsam, sehr früh loszugehen. Um 4 Uhr früh geht es mit Stirnlampen los. Die Wege sind sehr steil und führen den Schotterhang auf nahezu direktem Weg oder in kurzen Serpentinen bergauf. Im Dunkeln geht es steil bergauf, so dass mehrere Pausen nötig sind, um in der dünnen Luft nicht außer Atem zu kommen. Zudem ist es sehr kalt: vor Sonnenaufgang befinden sich die Temperaturen um die 10 Grad unter null. In den Trinkflaschen, die wir in Händen tragen, da wir ohne Gepäck unterwegs sind, gefriert das Wasser, und jeder ist froh um Handschuhe, Mütze und Jackentaschen. Langsam zeichnen sich auf der gegenüberliegenden Talseite die Umrisse eines Bergmassivs ab. Der Weg wird langsam nicht mehr nur für die geübten Augen der Guides sichtbar, bleibt aber weiterhin steil und steinig.

Gokyo liegt am Ufer des Dudh Pohari.

Aufstieg im Morgengrauen

Kurz vor dem Gipfel nach zwei Stunden steilen Aufstiegs bricht der Tag an und es bietet sich uns ein unvergessliches Bild: Die Morgensonne erleuchtet die Gipfel von vielen „kleineren Bergen“, hinter denen Nuptse (7861m), Lhotse (8516m) und der höchste Berg der Welt, der Mount Everest mit seinen 8848 Metern, sichtbar werden. Die Aussicht ist atemberaubend und jede Anstrengung der letzten Stunden wert.

Auch der Gletscher, der See und der Ort Gokyo sind gut zu sehen und von hier oben erkennt man erst richtig die Dimensionen, des riesigen Eisfeldes und der tausende Meter hohen Gipfel in Relation zu der kleinen Siedlung im Tal. Auf der anderen Seite kann man bis zum Cho Oyu (8201m) und bis über die chinesische Grenze sehen.

Der Gipfel des Gokyo Ri

Gokyo Ri
LandNepal
GebirgeHimalaya
KammMahalangur Himal
Höhe5357 m
Koordinaten27°57′40″N, 86°41′00″E

Auf dem Gipfel spannen sich, wie im Himalaya üblich, buddhistische Gebetsfahnen von Felsen zu Felsen und flattern im Wind. Durch ihre ständige natürliche Bewegung, so der Glaube, geben sie permanent ihre Gebete weiter. Auch wir hinterlassen an der kleinen Buddha-Figur auf dem Gipfel, der schon einige Bergsteiger kleine Geldscheine zugesteckt hatten, um für einen gelungenen Aufstieg zu danken, ein Zettelchen, das daran erinnert, dass wir es geschafft haben und verlassen dann den bisher höchsten Punkt unseres Treks.

Der Sonnenaufgang am Gipfel des Gokyo Ri.

Die Rückkehr zur Lodge

Auf dem Abstieg, der aufgrund der starken Hangneigung denkbar schnell von Statten geht, kommen uns andere Wanderer entgegen, die zu spät losgelaufen sind (oder zu langsam waren), den Sonnenaufgang verpasst haben, und nun beim Aufstieg in der Höhensonne schwitzen. Durch die Felslandschaft nach unten kommen wir zurück in unsere Lodge (4750m), wo wir uns ein Frühstück verdient haben. Anschließend setzen wir unseren Trek durch die Khumbu-Region fort. Nächster Halt: der Cho La Pass (5420m).

Im Abstieg haben wir einen herrlichen Blick auf die umliegenden Bergmassive.

StationenDistanzDifferenzZeit
Gokyo
→ Gokyo Ri ✝ +1,7 km581 m ↑14 m ↓+2h 15m
→ Gokyo +1,7 km14 m ↑581 m ↓+1h 30m
Gesamt 3,4 km595 m ↑595 m ↓3h 45m