Schnuppertour in Liechtenstein

Die Besteigung des Schönberg


30. Dezember 2013 • Autor: red.


Übersicht

Dieser Bericht beschreibt die Besteigung des Schönberg im Rätikon. Wir beginnen unsere Winterwanderung in der liechtensteinischen Berggemeinde Malbun. Von dort führt uns ein traumhafter Weg über das Sassfürkle hinauf zum Gipfel des Schönberg. Nachdem wir dort das verschneite Bergpanorama ausgiebig bestaunt haben, kehren wir über dieselbe Route wieder zurück nach Malbun.

Schwierigkeit: WT2GPS-Route: DownloadWanderkarte: Kompass 292

Eine Winterwanderung in neuen Gefilden

Seit unserer Gründung im Juli 2011 waren wir schon in vielen Ländern unterwegs: nicht nur in den Bergen Deutschlands und Österreichs, sondern auch in Kanada, Nepal, Brasilien oder Marokko. Doch warum in die Ferne schweifen, wenn man schöne Berge auch gleich ums Eck finden kann? So entschlossen wir uns Ende 2013 nach Liechtenstein zu fahren, um dort eine Winterwanderung zum Schönberg (2104m) zu bestreiten. Das würde uns auch Gelegenheit geben, in ein neues Alpengebiet hineinzuschnuppern: das Rätikon.

Immer eine Reise wert: das Rheintal bei Vaduz.

Startschuss in Malbun

Vom österreichischen Bregenz aus fahren wir zunächst nach Vaduz, der Hauptstadt Liechtensteins, und biegen dort schließlich nach Malbun (1600m) ab. Eine schmale Bergstraße führt uns anschließend weit in die idyllischen Höhen des kleinen Fürstentums. Nach einigen Minuten erreichen wir den großen Parkplatz im Skigebiet rund um die Ortschaft Malbun. Bereits früh am Morgen herrscht hier ein unglaubliches Treiben und hunderte Skifahrer und Snowboarder sind auf den schneebedeckten Hängen unterwegs. Wir lassen uns nicht abschrecken und stellen unser Auto auf einem der Parkplätze ab.

Malbun, ein Wintermärchen

Wir überqueren die Straße in nördlicher Richtung und folgen den Wegweisern. Der Schnee ist zwar tief, doch der Weg ist bis jetzt gut gespurt und wir müssen unsere Schneeschuhe noch nicht auspacken. Schließlich biegen wir rechts auf eine breite Forststraße ein, welche nun steil nach oben führt. Am Wegesrand erzählen große Plakattafeln eine Kindergeschichte für die jungen Wanderer. Nach einigen Minuten wird der Weg wieder flacher und biegt in nördlicher Richtung um die Bergflanke herum. Nun geht es durch eine idyllische Winterlandschaft, vorbei an zugeschneiten kleinen Hütten und Bergseen.

Bildergalerie: Schönberg

Der finale Anstieg

Nach einer Stunde erreichen wir eine Abzweigung, das Sassfürkle. Rechts führt der Weg hinab in den Talkessel nach Guschg, wir biegen aber links ab, Richtung Schönberg (2104m). Hier wird der Weg etwas schmaler, während wir uns einer kleinen Bergkuppe nähern. Nachdem wir diese nach wenigen Minuten erreicht haben, sehen wir nun den Schönberg auf der anderen Talseite direkt vor uns. Doch bevor wir den Gipfel erreichen, müssen wir erst linkerhand an der Bergflanke entlang gehen. Dabei werden wir viele Höhenmeter verlieren. Zudem wird der Schnee hier immer tiefer und ein Vorankommen ohne Schneeschuhe ist anstrengend. Aber der innere Schweinehund siegt und so gehen wir weiter, ohne die breiten Treter aus unseren Rucksäcken hervorzukramen. Das kostet zwar etwas Zeit, aber davon haben wir ja genug. Nachdem wir den tiefsten Punkt erreicht haben, geht es nun über einen steilen Südhang bergauf. Im tiefen Schnee sind wir dabei sehr langsam unterwegs und benötigen einige Pausen.

Der Gipfel des Schönberg

Schönberg
GebirgeRätikon
KammGalina-Gruppe
Höhe2104 m
Dominanz2,9 km → Ruchberg
Koordinaten47°07′49″N, 09°35′35″E
KarteKompass 292, Karte 2: B3

Nach zweieinhalb Stunden ist es aber dann geschafft und wir erreichen den Gipfel des Schönberg (2104m). Einige Skifahrer warten bereits unterhalb des Gipfelkreuzes, werfen einen letzten Blick auf die tolle Aussicht und düsen geschwind hinab ins Tal. Da könnte man glatt neidisch werden! Doch egal, jetzt ist erst mal Zeit für eine kurze Brotzeit. Bei bestem Wetter und toller Fernsicht in alle Richtung verschlingen wir unseren Proviant. Bis zum Bodensee können wir von hier aus blicken, hinüber ins Rheintal und natürlich auch zur Grauspitze (2599m), dem höchsten Berg Liechtensteins. Ein richtig tolles Panorama!

Im Norden können wir bis zum Bodensee blicken.

Time to say goodbye

Dann müssen wir uns aber vom Gipfel des Schönberg (2104m) verabschieden. Laufenden Schrittes wuchten wir uns den verschneiten Gipfelaufbau hinab. Dann folgen wir demselben Weg, den wir für den Aufstieg gewählt hatten. Nach zwei Stunden sind wir schließlich wieder in Malbun, unserem Ausgangsort. Von dort kehren wir zurück ins Tal nach Vaduz, wo wir bei einem schönen Stadtrundgang den Tag gemütlich ausklingen lassen.

Ein letzter Blick auf das Rätikon im Süden, dann geht es wieder zurück nach Malbun.

Fazit

Der Schönberg im liechtensteinischen Rätikon ist ein leichter Zweitausender, der auch problemlos im Winter bestiegen werden kann. Ohne große technische oder konditionelle Ansprüche kann diese Tour begangen werden. Die Wege sind allesamt gut zu begehen und führen durch eine hinreißende Landschaft. Am Gipfel wird man schließlich mit einem tollen Panorama belohnt, welches speziell im Winter zum Fotografieren einlädt. Wer klug ist, nimmt sich Skier für die Abfahrt mit. Zum Ausklang bietet sich schließlich ein Abstecher nach Vaduz an.

StationenDistanzDifferenzZeit
Malbun
→ Sassfürkle +2,6 km327 m ↑2 m ↓+1h 00m
→ Schönberg ✝ +2,4 km182 m ↑3 m ↓+1h 30m
→ Malbun +5,0 km5 m ↑509 m ↓+2h 00m
Gesamt 10,0 km514 m ↑514 m ↓4h 30m