Ein Hauch von Bodensee-Romantik

Die Besteigung des Pfänder


29. Dezember 2013 • Autor: red.


Übersicht

Dieser Bericht beschreibt die Besteigung des Pfänder in den Allgäuer Alpen. Unsere Winterwanderung beginnt an der Talstation der Pfänderbahn in Bregenz. Von dort führt uns ein breiter Weg über die Halbstation hinauf zum touristisch gut erschlossenen Gipfel. Nach einem einzigartigen Sonnenuntergang über dem Bodensee fahren wir schließlich mit der Pfänderbahn entspannt wieder hinunter ins Tal.

Schwierigkeit: WT1GPS-Route: DownloadWanderkarte: Kompass 292

Startschuss in Bregenz

Es ist ein später Nachmittag, Ende Dezember, und wir schlängeln uns mit unserem Auto durch die geschäftigen Straßen von Bregenz (427m). Wir sind gerade von einem kurzen Ausflug ins schweizerische Appenzell zurückgekehrt und wollen in der österreichischen Stadt nun den Abend gebührend ausklingen lassen. Am Ufer des ruhigen Bodensees wartet bereits eine großartige Ferienwohnung auf uns. Doch ehe wir es uns dort gemütlich machen, wollen wir noch eine kurze Bergtour aus den Beinen schütteln. Unser heutiges Ziel ist der Pfänder (1064m): ein touristisch gut erschlossener Berg mit fantastischem Ausblick auf den Bodensee. Nach einigen Minuten finden wir einen Parkplatz unweit der Talstation der Pfänderbahn, und somit kann unsere Wanderung beginnen. Es ist zwar schon spät am Nachmittag, doch der Aufstieg sollte nicht allzu lange dauern.

Bildergalerie: Pfänder

Aufstieg mit Massenabfertigung

Wir folgen zunächst dem Pfänderweg und erreichen nach wenigen Augenblicken den Einstieg zur Wanderroute. Zunächst geht es über eine breite Forststraße bergauf. Der Weg ist zwar gut begehbar und vorzüglich ausgeschildert, doch leider bleibt die Idylle auf der Strecke. Unzählige Touristen spazieren vor uns, folgen unseren Schritten oder kommen uns entgegen. Noch nie waren wir auf einem Berg, wo so viele Menschen unterwegs waren. Zudem verläuft die Route auch noch direkt unter der Seilbahn, womit die Illusion einer idyllischen Wanderung durch unberührte Natur endgültig zusammenfällt. Schließlich mündet die Forststraße in einem Trampelpfad, der mit seinen durch den Wald gezogenen Serpentinen auch alles andere als abwechslungsreich und aufregend ist. Nur wenn sich für einige Augenblicke der Forst einmal lichtet, und wir endlich den Bodensee zu sehen bekommen, hebt sich die Stimmung etwas.

Die Hälfte ist geschafft

Über einen geteerten Weg erreichen wir nach etwa 45 Minuten die Gaststätte Halbstation (850m), welche auch über eine Forststraße zugänglich ist. Von hier oben bietet sich bereits ein guter Ausblick auf die Bodenseeregion. Doch wir lassen uns nicht lange aufhalten und marschieren im Besucherpulk weiter nach oben. Links und rechts des Weges tauchen nun immer mehr Schneefelder auf, doch der eigentliche Weg ist noch gut begehbar.

Bereits bei der Halbstation haben wir einen tollen Blick auf Bregenz und den Bodensee.

Eine Kleinstadt auf dem Gipfel

Ein breiter Pfad führt uns durch eine kleine Waldzunge, ehe wir das Hochplateau erreichen. Dort passieren wir das Gasthaus Pfänderdohle sowie einige Schlittenfahrer und biegen links auf den finalen Anstieg ein. Nur wenige Meter unterhalb des Gipfelkreuzes wartet eine Kleinstadt auf uns. Nicht nur die Seilbahnstation und das Berghaus Pfänder, sondern auch ein Wildpark und eine Adlerwarte befinden sich hier oben. All diese Zeichen der Zivilisation – oder des Massentourismus – sind über geteerte Wege gut erreichbar. Darüber hinaus bietet sich uns von hier oben ein wundervoller Ausblick auf den Bodensee.

Sonnenuntergang über dem Bodensee

Pfänder
GebirgeAllgäuer Alpen
KammAllgäuer Voralpen
Höhe1064 m
Dominanz3,5 km → Hirschberg
Koordinaten47°30′26″N, 09°46′49″E
KarteKompass 292, Karte 1: B3

Nichtsdestotrotz halten wir uns hier nicht lange auf, sondern gehen gleich zum Gipfel weiter. Über einen Pfad, der mit Geländern abgesichert ist, erreichen wir schließlich den höchsten Punkt des Pfänder (1064m). Nur wenige Meter vom Gasthaus Pfänderspitze entfernt wartet das schön geschnitzte Gipfelkreuz auf uns. Auch hier herrscht wieder reger Betrieb. Da wir hoffen, einen tollen Sonnenuntergang über dem Bodensee zu sehen, warten wir hier oben noch einige Minuten. Um die Zeit zu überbrücken, kaufen wir uns eine Tasse Tee. Leider ist das Gasthaus proppenvoll, so dass wir mit einem Sitzplatz in der Kälte Vorlieb nehmen müssen. Aber was uns nicht umbringt, macht uns härter… Ähnlich sinnfreie Plattitüden von uns gebend überbrücken wir die Zeit, bis die Sonne tatsächlich am Horizont versinkt und den Bodensee in ein einmaliges Farbspiel taucht!

Die Sonne versinkt langsam hinter dem Bodensee.

Der Abstieg

Dann kehren wir zum Gipfelplateau zurück. Auf den Abstieg über den langweiligen Forstweg haben wir nun wirklich keine Lust mehr, und so peilen wir erst einmal die Seilbahnstation an. Gemeinsam mit zahlreichen anderen Touristen schwingen wir uns in die breite Kabine und fahren geschwind ins Tal hinab. An den Ufern des Bodensees lassen wir den Tag schließlich gemütlich ausklingen.

Fazit

Der Pfänder ist eine sehr leichte und kurze Wandertour über dem schönen Bodensee. Der Aufstieg von Bregenz aus dauert ungefähr eine Stunde und führt größtenteils über gut ausgebaute Wege. Dabei werden keine Ansprüche an Kondition oder Technik gestellt, wodurch praktisch jedem dieser Gipfelerfolg offen steht. Darüber hinaus finden sich unterwegs zahlreiche Möglichkeiten zur Einkehr. Wer es bis nach oben schafft, wird mit einem tollen Ausblick auf den Bodensee belohnt. Doch es gibt auch einige große Kritikpunkte. Der Aufstiegsweg ist nicht nur langweilig und unspektakulär, sondern auch komplett überlaufen. Einsamkeit und Momente der Idylle sucht man hier vergebens. Somit ist der Pfänder nur für Touristen zu empfehlen. Anspruchsvolle Bergwanderer hingegen werden hier nur wenig Freude haben.

StationenDistanzDifferenzZeit
Talstation Pfänderbahn
→ Halbstation +2,6 km440 m ↑17 m ↓+0h 45m
→ Pfänder ✝ +1,5 km215 m ↑1 m ↓+0h 25m
Gesamt 4,1 km655 m ↑18 m ↓1h 10m