Locker flockig ins neue Jahr

Die Winterbesteigung des Largoz


02. Januar 2013 • Autor: nea.


Übersicht

Dieser Bericht beschreibt die Besteigung des Largoz in den Tuxer Alpen. Wir beginnen unsere Winterwanderung auf dem Parkplatz der schön gelegenen Krepperhütte. Von dort geht es zunächst entspannt über einen breiten Forstweg hinauf zur Largozalm. Dort legen wir schließlich unsere Schneeschuhe an und bahnen uns den Weg hinauf zum Gipfel des Largoz. Nach einer rasanten Abfahrt mit unseren Rutschtellern lassen wir den Tag entspannt bei Kaffee und Kuchen in der Krepperhütte ausklingen.

Schwierigkeit: WT2GPS-Route: DownloadWanderkarte: Kompass 290

Unterwegs zum Startpunkt

Die gut dreistündige „kuschelige“, da vollbesetzte, Autofahrt nach Volders in Tirol führte uns auf die steile Forststraße zur Krepperhütte (1352m) und damit direkt in die größte Herausforderung der Tour: auf vereister und leicht verschneiter Straße ohne Schneeketten und Allradantrieb den Parkplatz vor der Hütte zu erreichen. Mit Rangieren, Rutschen und Schieben auf den letzten fünf Metern vor der Einfahrt – wobei nicht nur der Skoda Fabia an seine Grenzen kam, sondern auch bereits die ersten Stürze zu beklagen waren – konnte unser Fahrer endlich einparken und wir machten uns für den Aufstieg bereit. Da die Krepperhütte bewirtet ist, stellt sie einen perfekten Ausgangspunkt für die Tour dar, weil man dort noch eine letzte Toilettenpause einlegen oder sich nach dem Weg erkundigen kann. Zudem stehen zahlreiche Parkplätze zur Verfügung.

Der Aufstieg zur Largozalm

Beladen mit Wegzehrung, Schneeschuhen und Plastiktellern, die wir uns auf den Rücken gebunden hatten, begannen wir fünf den Aufstieg zum Largoz (2214) – von Einheimischen auch Glotzen genannt. Der Weg führt zunächst in Serpentinen über eine Forststraße weiter bis zur Largozalm (eine Ansammlung von Almhütten) auf etwa 1930 Metern. Dieser erste Teil der Strecke wird als Rodelbahn benutzt – im oberen Bereich auch als Skiabfahrt – daher ist er in den Kehren zum Teil mit Holzplanken gesichert, und man muss mit abfahrendem Gegenverkehr rechnen. In unserem Fall hatten wir den Weg jedoch größtenteils für uns allein – an Wochenenden ist wohl mehr los. Auf der schneebedeckten Forststraße kamen wir sehr zügig voran, auch wenn einige von uns dank schwächelnder Kondition bereits hier dankbar um jede Pause waren – natürlich nur, um die Aussicht über das Inntal mit Innsbruck und den umliegenden Orten unter leichten Wolken und Nebelschwaden zu genießen (die bei klarem Wetter noch viel beeindruckender gewesen wäre).

Zur Largozalm führt ein leicht begehbarer Forstweg.

Auszeit an der Largozalm

Auf einer Bank vor einer der Almhütten bei der Largozalm (1930m) ließen wir uns zur Mittagspause nieder und erfuhren dort von einem einheimischen Schneeschuhwanderer, dass wir noch etwa eine Stunde vom Gipfel entfernt waren. Nach der Stärkung schnallten wir also die Schneeschuhe an und es begann der wirklich anstrengende Teil des Aufstiegs: die letzten 200 Höhenmeter über zum Teil relativ steile Hänge mit Tiefschnee.

Der Höhepunkt der Wanderung

Largoz
GebirgeTuxer Alpen
KammMalgrüblerkamm
Höhe2214 m
Dominanz1,0 km → Wattenspitze
Koordinaten47°14′25″N, 11°35′35″E
LageKompass 290, Karte 1: B4

Wir kamen dabei ganz schön ins Schwitzen, aber erreichten, wenn auch einige unter Walross-Schnaufen oder Kämpfen mit verlorenen Schneeschuhen, nach insgesamt drei Stunden alle sicher den Largoz-Gipfel (2214m), von wo aus sich eine tolle Aussicht in die umliegenden Täler bot. Zwei von uns brachen nach dem obligatorischen Gipfelkreuzfoto (wobei der Fotograf bei seinem Sprung ins Selbstauslöserbild beinahe das Zeitliche gesegnet hätte) noch zum „wahren Gipfel des Largoz“ auf, einem Buckel hinter dem Gipfel, auf dem es bestimmt noch viel mehr zu sehen gab, aber es wohl genauso eisigkalt war, sobald die Sonne hinter den Wolken verschwand.

Ankunft am Gipfel.

Die rasante Abfahrt

Mit rotgefrorenen Fingern und auf dem Rücken so gut es ging verstauten Schneeschuhen und Stöcken stürzten wir uns dann im wahrsten Sinne des Wortes ins Abenteuer: der Abfahrt über 800 Höhenmeter auf dem „Rutscherl“, wobei es bereits nach den ersten 20 Metern zu großer Erheiterung kam, denn es ist nicht einfach, auf so einem Teil über mit Tiefschnee bedeckte Landschaft zu heizen, ohne sich dabei in Einzelteile zu zerlegen... Doch als derjenige sich nach einer kurzen Schrecksekunde doch noch bewegte, konnte weiter gelacht werden. Der Schneeschuh-Teil der Tour war nicht leicht befahrbar – aber nicht weniger lustig – da wir immer wieder bis zur Hüfte oder Kopf voraus im Schnee landeten und ein herrenloses Rutscherl kein Halten mehr kannte...

Die minder rasante Abfahrt

Über die Rodel-Forststraße, die mit dem Plastik-Rutscherl zum Teil nur schlecht zu fahren ist, weil man diese Dinger ja nicht wirklich lenken kann (und da fährt man sich auch mal selbst über die Finger und landet immer wieder im Gehölz), kamen wir nach etwa neunzig Minuten völlig durchnässt und mit geprellten Hintern (aber grinsend) nacheinander wieder an der Krepperhütte (1352m) an.

Bildergalerie: Largoz

Einkehr

Zu guter Letzt gönnten wir uns nach dieser kurzen und angenehmen Wintertour in der Hütte ein Heißgetränk und Tiroler Schmankerl auf der Panoramaterrasse, während sich im Hintergrund das gegenüberliegende schneebedeckte Massiv lasziv im Abendlicht räkelte.

StationenDistanzDifferenzZeit
Krepperhütte
→ Largozalm +4,1 km578 m ↑0 m ↓+1h 50m
→ Largoz ✝ +1,0 km288 m ↑4 m ↓+1h 15m
→ Krepperhütte +5,1 km4 m ↑866 m ↓+1h 25m
Gesamt 10,2 km870 m ↑870 m ↓4h 30m